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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Die Tuchweberei. 113

ſogen. Nopperinnen verrichtet; auch unregelmäßige, undichte

Stellen ſowie Knoten im Gewebe werden ausgeglichen und

entfernt. Nach dieſem erſten Noppen kommt der Loden in die Vorwäſche, um den noch darin ſteckenden Leim oder Schmutz auszuwaſchen. Zu dieſem Behufe wird der Loden in eine Flüſſigkeit gelegt, welche aus einer Miſchung von Waſſer, Seife und Urin beſteht. Bis zur Sättigung bleibt er in dieſem Bade, geht dann durch Preßwalzen in einen Behälter mit reinem Waſſer und aus dieſem in einen anderen Behälter, der gleichfalls mit reinem Waſſer gefüllt iſt. Dieſes Verfahren ſetzt ſich ſo lange fort, bis aus dem Loden reines, ungetrübtes Waſſer abläuft. Nach dieſen Manipulationen wird der Loden auf Trockenrahmen getrocknet und dann nochmals einer genauen Durchſicht unterworfen, um alle Unregelmäßigkeiten im Gewebe zu verhüten. Nun kommen wir zu der wichtigſten Bearbeitung des Lodens, zu dem Walken. Noch bleibt hier zu erwähnen, daß man dasjenige Tuch, welches bis jetzt noch nicht gefärbt war, vor der Walke der Färbung unterwirft. Indes alle Tuche können auch jetzt noch nicht gefärbt werden, weil manche Farben, z. B. die ſchwarze, einen ſehr nachteiligen Einfluß auf die Krimpkraft der Wolle ausübt.

Demnach unterſcheidet der Fabrikant:

1. Tuch, in der Wolle gefärbt, 2. Tuch, im Loden gefärbt, 3. Tuch, im Stück gefärbt.

Nunmehr wollen wir zu dem Prozeß übergehen, in welchem der Loden in Tuch verwandelt wird, nämlich zum Walkprozeß. Das Reſultat dieſer Bearbeitung, die Verfilzung beider Ober⸗ flächen, beruht lediglich auf der Krimpkraft des Wollhaares. Walken nennen wir denjenigen Prozeß, welchen man ein Ge⸗ webe durchmachen läßt, um durch eine Verfilzung der Woll⸗ härchen auf beiden Oberflächen eine das Gewebe ſelbſt verdeckende Filzbekleidung zu erhalten. Die wirkenden Faktoren bei dieſem Verfahren ſind teils chemiſcher, teils mechaniſcher Natur, indem man die zu walkenden Gewebe mit Hilfe der Wärme und Walkflüſſigkeit in den Walkmaſchinen einem fortgeſetzten Kneten, Drücken, Schieben und Stoßen ausſetzt. Man bezweckt alſo mit dem Walken eine möglichſt vollſtändige Verfilzung der einzelnen Fäſerchen der Garnfäden, nicht nur an der Oberfläche,

Heyne, Schafzucht. 8