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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Wartung und Haltung, Waſchmethoden. 47

gelbes Blutlaugenſalz zugeſetzt, ſo nimmt das Waſſer eine blaue Farbe an. Enthält das Waſſer Gerbſäure, ſo wird die Wolle blau; es iſt daher Waſſer, welches beim Laufen durch Laubwald Gerbſäure aufgenommen hat, vorſichtig zu benutzen. Die An⸗ weſenheit derſelben prüft man durch einen Zuſatz von Eiſen⸗ oxydlöſung, der das Waſſer blau macht.

Bei der Pelzwäſche, der ſogen. Rückenwäſche, das Waſſer einen gewiſſen Wärmegrad haben, von 140 an iſt es zum Waſchen geeignet, weiches Waſſer iſt erforderlich; gips⸗, kalk⸗ und eiſenhaltiges Waſſer iſt hierzu nicht geeignet, weil auf die Reinheit der Wolle viel ankommt. Bei der gewöhn⸗ lichen Wäſche, der ſogenannten Schwemme, werden die Schafe ins Waſſer getrieben, in demſelben gerieben und die Wolle ausgedrückt,— ein Verfahren, welches nach fünf bis ſechs Stunden wiederholt wird. Eine andere Methode, welche Sturz⸗ wäſche heißt, beſteht darin, daß das Waſſer 1,50 bis 2 m von oben auf die Schafe herabgeſtürzt kommt, während eine dritte Art warme oder Kunſtwäſche genannt wird. Der warmen Wäſche werden Zuſätze verſchiedener Art zugeſetzt, um deſſen Wirkſamkeit namentlich für ſehr fettſchweißreiche Wollen zu er— höhen. Als ſolche Zuſätze dienen bei hartem Waſſer Soda, Guano, von letzterem werden auf je 1001 Waſchhaſſer 0,5 kg genommen. Außerdem verwendet, man grüne Seife, Saponin enthaltende Pflanzenſtoffe, wie Seifenwurzel(Saponaria officinalis), Quillaja⸗ rinde(Quillaja saponaria Mol.), Hétſeys, vorzugsweiſe Seifen⸗ wurzel und Hirſch's Soda und Seifenwurzel enthaltende Waſch⸗ mittel. Die Waſchmittel werden ſtets warmem Waſſer zu⸗ geſetzt. Um dieſelben beſtmöglich auszunutzen, verwende man ſtatt der Bottiche ſchräg ſtehende Tröge, welche mit einer unten offenen Scheidewand in zwei Abteilungen geteilt ſind. In der unteren Abteilung werden die Schafe gewaſchen und dann in die obere Abteilung gebracht, damit das durch Aus⸗ drücken ablaufende Waſſer durch die Offnung in der Scheide⸗ wand wieder in die untere Abteilung fließt. Von der Seifen⸗ wurzel, welche in Waſſer gekocht als Lauge den Bottichen zu⸗ geſetzt wird, ſind für 1000 Schafe 60 kg(Preis pro 100 kg 60— 72 Mk.) erforderlich, von dem Heétſeyſchen Waſchmittel 30— 40 kg, von der Quillajarinde 30 kg. Bei der Anwendung von Waſchmitteln muß ſehr vorſichtig vorgegangen werden, damit