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Wartung und Haltung, Waſchmethoden. 45
rechnet man für die Monate von Oktober bis Mai für jedes Schaf durchſchnittlich 100 kg Heu, mithin 1,236 chm Boden⸗ raum.
In dem Stall ſoll Ruhe herrſchen, weil plötzlich aus⸗ brechender Lärm die Schafe erſchreckt. Man trennt hier die Herden gewöhnlich nach Müttern und Böcken; eine Scheidung der Mütter erſcheint erſt bei vorgeſchrittener Trächtigkeit und in dem Stadium der Säugung durch die veränderte Art der Fütterung und die ſchonende Behandlung geboten. Unter den Lämmern trenne man die ſchwächlichen von den ſtärkeren; in der Bockherde ſtelle man die Sprungböcke in eine große Boxe, nicht in einen Winkel des Stalles; die Hammel ſind getrennt zu halten! Die Schafherden nach Jahrgängen zu ſondern, iſt gleichfalls von Vorteil. Das Schaf verlangt zum Stehen und Liegen trockenen Grund; weich braucht ſeine Lagerſtätte nicht zu ſein. Dieſelbée wird mit Stroh reichlich bedeckt, da täglich ½— ½ Pfund dazu verwendet wird; ſind die Schafe nur bei Nacht im Stalle, ſo genügt ¼ Pfund pro Kopf. Kann dieſes Quantum Stroh geſtreut werden und iſt der Stall breit genug, ſo darf die auf dem Boden anwachſende Dungſchicht zwei bis drei Monate lang liegen bleiben; fehlt es an Stroh und erwärmt ſich die Dungſchicht, ſo iſt der Dünger früher herauszuſchaffen. Auf der Weide iſt beim Hüten auf Klee und Luzerne Vorſicht anzuwenden; naſſe ſumpfige Wieſen ſind zu meiden; ſchädlich iſt auch zu große Hitze und das Durchnäſſen des Pelzes. Das Naßwerden der Schafe ſollte nicht ſo ängſt⸗ lich genommen werden; leichte Sprühregen ſchaden nichts, nament⸗ lich nicht engliſchen Raſſen; mit Tau noch benetzte Wieſen ſind freilich zu meiden. Das Tränken des Schafes ſollte nur ein— mal geſchehen. Die Wolle wird entweder ſchwarz geſchoren, d. h. im Schmutz vom Schafe abgeſchoren, und man verkauft dieſe ungewaſchen. Dieſe Wolle ſetzt ſich aus Fettſchweiß, Woll⸗ haar, Unreinlichkeit und Feuchtigkeit zuſammen; die Feuchtigkeit beträgt 11— 13%, der Schmutz variiert von 1— 20%, der Fett⸗ ſchweiß an 45— 60%, und zwar ſtehen Schmutz und Fett⸗ ſchweiß in einem ſich ergänzenden Verhältnis, ſo daß bei weniger Fettſchweiß mehr Schmutz und umgekehrt ſich vorfindet. Der Gehalt an Wollhaar ſchwankt daher zwiſchen 20 und 40%. An Rückenwäſche, wie ſie gewöhnlich zum Verkauf kommt, gibt das


