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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Wahl der Sprung⸗ und Lammzeit. 43

Ihre Lämmer liefern daher bei der erſten Schur lange, reichliche und wertvolle Wolle. Doch muß in dieſem Falle die Sprung⸗ tätigkeit in der kälteſten Zeit des Jahres vor ſich gehen, wes⸗ halb mehr als zehn Prozent der Mutterſchafe unbefruchtet bleiben.

Wartung und Haltung, Waſchmethoden.

Die Ernährung eines Bockes muß gleich kräftig während des ganzen Jahres ſein; am beſten beſteht dieſelbe im Winter aus ½ Pfund Hafer und ½¼ Pfund trocken angelegten zer⸗ kleinerten Leinſamenkuchen, 1 Pfund Rüben und etwa 2 ½ bis 3 Pfund gutem Wieſenheu neben klarem Waſſer zur Tränke und einem Stückchen Steinſalz zum beliebigen Lecken. Während des Sommers auf der Weide wird nur der Hafer verabreicht und auf 1 Pfund vermehrt; nach dem Genuß von Grünfutter darf nicht getränkt werden. Bei vorſchreitender Trächtigkeit der Mutterſchafe muß eine ſchonende Behandlung derſelben eintreten, dazu gehören beim Beſuchen der Weide das Ver⸗ meiden langer Triften und kotiger Wege, jede Beunruhigung der Herde durch Hetzen mit Hunden, das Drängen in den Stalltüren beim Aus-⸗ und Eintreiben, das Vermeiden von feuchten wenig nahrhaften Weiden. Als Futter gebe man gutes Wieſen⸗ oder Kleeheu und geſundes Stroh und als milch⸗ treibendes Futter Mohrrüben oder Kartoffeln, an erſteren bis 2 Pfund, an letzteren bis zu 1 Pfund. Auch ein übermäßiges Saufen ſollte nicht ſtattfinden, da dadurch leicht ein Verwerfen der Frucht eintreten kann; als Kraftfutter gebe man gebrochenen Rapskuchen oder Roggenfuttermehl. Zur Einhaltung einer möglichſt gleichmäßig zu haltenden Temperatur iſt ein Thermo⸗ meter im Stalle aufzuhängen; die Temperatur ſoll nie über 12 ⁰ C. betragen. Bei der Geburt iſt es zweckmäßig, wenn der Schäfer dem Schafe zu Hilfe kommt; nach der Geburt wird das Lamm dem Schafe zum Belecken vorgelegt und darauf vom Schäfer das Euter des letzteren von Schmutz und Wolle frei gemacht. Hat die Mutter das Lamm zum Saugen ohne Widerſtand zugelaſſen, ſo werden beide in diejenige Abteilung im Stalle geſetzt, welche dazu beſtimmt iſt, die Mütter mit deß Lämmern aufzunehmen.

Widerſpenſtige Mütter, welche erſt an ihr Lamm gewöhnt