42 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung und Ernährung des Schafes. B. Wolle. 1. Länge der Wolle 6 Punkte, 2. Glanz(Lüſter). 4„ 3. Kraft Holtwarkeit)...... 4„ 4. Feinheit.......... 4„ 5. Ausgeglichenheit... 4„ 6. Brauchbarkeit als Wolle. S„ 7. Bewachſenheit.......... 4„ 8. Wertklaſſe der Wolle....... 6„
Summa 40 Punkte. Für Fleiſchſchafe 100 Punkte.
Wahl der Syxung- und Lammzeit.
In manchen Herden hat man die Lammung noch das ganze Jahr hindurch. Von dieſer Lammung iſt abzuraten; ſie bringt verſchiedene Nachteile. Die Wahl der Sprungzeit hat ſich im allgemeinen nach den wirtſchaftlichen Verhältniſſen zu richten. Man unterſcheidet: a) Winterlammung im Dezember und Januar, die Sprungzeit dafür iſt der Juli und Auguſt. b) Frühjahrslammung im März und April; die Sprungzeit dafür iſt im Oktober und November. c) Sommerlammung im Juni und Juli; die Sprungzeit dafür iſt der Dezember und Januar⸗
Bei der Winterlammung Bftaken die Lämmer, ehe ſie zur Weide kommen. Dieſelbe iſt unbedingt vorteilhaft für Stammzüchter, beſonders engliſche, bei denen die Lämmer gleich von Anfang an kräftig genährt werden ſollen. Die Frühjahrs⸗ lammung iſt jetzt noch gebräuchlich in Deutſchland, Öſterreich⸗ Ungarn und Rußland und entſpricht am meiſten der Natur, weil der Begattungstrieb im Herbſte infolge der kräftigen Weide am meiſten rege iſt. Der Hauptvorteil der Frühjahrs⸗ lammung liegt darin, daß ſie am wenigſten koſtſpielig iſt, weil die ſäugenden Mütter den größten Teil der Nahrung auf der Weide finden, wenn auch andrerſeits die jungen Lämmer zu dieſer Zeit zum Weiden noch ſchwach ſind und die Wolle der Mütter durch das Säugen im Wachstum gehindert wird. Die Sommerlammung erſcheint dadurch vorteilhaft, daß die Mutter⸗ tiere infolge reichlicher Nahrung weniger angegriffen werden.


