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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Klaſſifikation der Mutterſchafe. 37

welcher ganz zu verwerfen iſt, Klaſſen⸗ oder Haremſprung und Sprung aus der Hand. Der Sprung aus der Hand muß bei Hochzuchten angewendet werden; bei Woll⸗ oder Fleiſch⸗ herden im Klaſſenſprung gibt es ein einfaches Verfahren. Man läßt einen oder zwei Probier⸗Böcke in die Herde; dieſe ſuchen die brünſtigen Mütter; dieſelben werden dann, je nach der Klaſſe, in eine beſtimmte Boxe getan und der dazu be⸗ ſtimmte Bock wird in dieſe Boxe zugelaſſen. Man beobachte, daß der Begattungstrieb bei den Muttertieren etwa ſechs Wochen nach dem Lammen wieder eintritt, was von Bedeutung iſt, wenn man aus außerordentlichen Gründen zwei Lämmer in einem Jahre züchten will. Nach dieſer Zeit wird das Schaf erſt nach zehn Monaten wieder brünſtig. Auch das Wetter hat großen Einfluß; bei trockenem, angenehmem Wetter geht die Begattung viel beſſer vor ſich; auch müſſen die Schafe dabei Bewegung haben.

Ein Bock erreicht ſeine Vollkraft mit 2 ½ Jahren; man läßt aber jetzt allgemein Böcke mit 1 ¼— 1 ⅜¾ Jahren zu, ja in frühreifen engliſchen Zuchten in einem Alter von 9— 10 Monaten, aber die Erfahrung hat gelehrt, daß ſich dieſelben raſch abnutzen; man ſollte deshalb einen Bock nicht früher als nach dem 12. Monat zulaſſen.

Es kommen mitunter Fälle vor, wo junge Böcke, die zum erſten Male für die Zucht verwendet werden, nicht gleich decken wollen und für impotent erklärt und aus dieſem Grunde dem Verkäufer zurückgegeben werden. Faſt immer liegt aber ein Grund vor; denn impotent kann der Bock nur durch fehlerhafte Zeugungsorgane werden, was aber ſelten vorkommt. Ein ſolcher Grund kann ſein, die Vorführung von unpaſſenden Schafen, die entweder zu hoch oder zu unruhig ſind oder einen zu ſtarken Beſatz von Wolle unter dem Bauch haben, der bei dem Bock durch Abſcheren beſeitigt werden muß; auch kaufe man die Böcke nicht unmittelbar vor der Sprungzeit, ſondern mindeſtens drei Wochen vorher, damit ſich dieſelben an den Stall, Futter und Waſſer gewöhnen.

Den Nachweis einer möglichſt hohen Züchtungskonſtanz kann nur der Stammbaum, das Stammregiſter liefern; an dem vorſtehenden Schema(S. 33) ſehen wir die genaue Bonitur der

Mutter, ſowie alles was dazu gehört, um die Nachkommen⸗