ſehr
und
Züchtung des Schafes. 13
die Bedingungen nicht unerwähnt bleiben, unter welchen ſich Schafhaltung empfiehlt und verlohnt. Vor allem ſind es die örtlichen Verhältniſſe, welche bei der Schafzucht in hohem Grade in Betracht kommen und daher eingehender Prüfung bedürfen. Die Schafhaltung, beſonders die Züchtung des Wollſchafes, wird ſich rentieren, wenn man größere, wenig kulturfähige Feldflächen und geſunde, trockene Weideplätze beſitzt, an denen das Waſſer leichten Abfluß hat. Von der Beſchaffenheit der Weideplätze hängt es hauptſächlich ab, ob Zuchtſchäferei, alſo Muttertierhaltung mit Aufzucht, oder nur die Haltung von Hammeln ratſam iſt. Können die Schafe im Winter und Sommer gleichmäßig ernährt werden, ſo iſt Zuchtſchäferei vor⸗ zuziehen; iſt dagegen die Weide ungeſund, und will man mehr Schlempe und Zuckerfabrikabfälle verfüttern, ſo dürfte der Betrieb der Hammelſchäferei, d. h. die Haltung von Hammeln, welche in einem gewiſſen Alter angekauft und ſpäter wieder verkauft werden, zu empfehlen ſein. Doch ich halte auch unter ungünſtigeren Futterverhältniſſen Zuchtſchäferei für vorteilhafter; überhaupt iſt meiner Anſicht nach das Schaf mit der land⸗ wirtſchaftlichen Tierhaltung ſo innig verknüpft, daß das Glück und Gedeihen derſelben durch ſeine Züchtung mitbedingt wird. Die Vermutung, daß die Schäferei in demſelben Grade ab⸗ nehme, als die Kultur fortſchreite, iſt nicht mehr zutreffend; denn gerade die Landgüter, auf denen intenſiv gewirtſchaftet wird, halten noch viel Schafe. Ich erinnere nur an die Provinz Sachſen uſw.
Züchtung des Borkafes.
ZBeugung.
Die geſchlechtliche Zeugung des Schafes vollzieht ſich, wie die der übrigen Säugetiere, durch das regelrechte Zuſammen⸗ wirken der männlichen und weiblichen Geſchlechtsorgane. Der Akt der Begattung bildet die Grundbedingung der Zeugung; das Ei(ovum) muß durch den männlichen Samen(sperma) befruchtet werden. Die Dauer der Trächtigkeit beträgt am häufigſten fünf Monate, d. h. etwa 150 Tage; manche Schafe lammen ſchon am 145., andere erſt am 160. Tage nach der


