Druckschrift 
Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schafraſſen. 5

ihm ſtammen ab: das Bergamasker, das paduaniſche und das Münſterſchaf. Das Bergamasker Schaf hat eine größere Be⸗ deutung; es wurde in Steiermark und Kärnten ſowie im ober⸗ bayeriſchen Gebirge eingeführt. In Kärnten findet ſich auch noch das Seeländer und in den Salzburger Alpen das ſogen. wälliſche Schaf.

Das Zackelſchaf(Ovis strepsiceros) hat ſehr lange, gerade, ſchraubenförmig gewundene Hörner. Man unterſcheidet das kretiſche(griechiſche), das walachiſche, das türkiſche und das ungariſche Zackelſchaf. Dasſelbe wird in kultivierten Ländern immer mehr verdrängt, da die Rente wenig ergibt; zu Kreuzungen mit Rambouillets eignet es ſich gut. Seine Milch wird zu verſchiedenen Käſeſorten(Liptauer und Brinſenkäſe) verarbeitet. Noch haben wir des Heideſchafes(Ovis brachyura campestris) zu gedenken. Man unterſcheidet das deutſche Heideſchaf(auch die Heideſchnucke genannt), das däniſche, das franzöſiſche, das ſpaniſche, das ſchottiſche(Dunfaced Breed) und das engliſche Heideſchaf oder den ſchottiſchen Schwarzkopf(Blackfaced Breed).

Im weiteren Verlaufe unſerer Darſtellung haben wir die⸗ jenigen Schafe zu behandeln, welche mehr züchteriſches Inter⸗ eſſe gewähren und beſonders in Europa Beachtung verdienen. Man kann ſie nach dem Werte der Wolle oder nach dem des Fleiſches einteilen. Unter den Wollſchafen wieder unterſcheidet man a) filzwollige, b) glanzwollige und c) merinoartige, welche von den ſpaniſchen Merinos abſtammen. Zu den filzwolligen gehören alle bisher genannten, zu den glanzwolligen jene, welche grobe und mittelfeine Wolle tragen; der Merinoklaſſe ſind nur die Schafe einzureihen, welche feine Wolle liefern und Merinoblut haben. Die eben vorgenommene Einteilung dürfte für die Landwirtſchaft am verſtändlichſten ſein.

Woll⸗ und Kleiſchſchafe.

Das Zaupelſchaf(Ovis Aries germanicus rusti- cus). Es findet ſich verbreitet von Mitteldeutſchland nord⸗ wärts bis Belgien, ſüdwärts bis Italien, gegen Oſten bis Ungarn und gegen Weſten bis über den Rhein. Am meiſten wird es jetzt noch gezüchtet in Oberſchwaben, Ober⸗ und Niederbayern, in Steiermark, Kärnten, Krain und Tirol. Das