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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
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210 Neunzehntes Kapitel. Die Pflege der Naturwieſen.

licher Halbſchmarotzer friſcher und feuchter Wieſen(Fig. 137). Um⸗ gekehrt werden gewiſſe Arten durch den Zahn und den Tritt der Tiere zur Entwickelung zahlreicher Sproſſe angeregt und vermehren ſich deshalb weſentlich, ſo das engliſche Raigras, der Weißklee, der Rotſchwingel, der Wieſenſchwingel, das Kammgras ꝛc., wodurch der Raſen viel dichter wird.

Eine gemähte Fettwieſe im Baurenboden am Schnebelhorn, Kt. Zürich, 1025 m ü. M., enthielt 30% Wieſenkerbel und im Quadratfuß 666 Triebe, während die gleiche Wieſe nebenan, die ſeit 3 Jahren geweidet wurde, nur mehr 2% Schirmblütler, dagegen im Quadratfuß 1129 Triebe enthielt(vergl.Einfluß des Be⸗ weidens auf die Zuſammenſetzung des Raſens im landw. Jahrbuch der Schweiz 1887).

Als Beiſpiel eines typiſchen Weideraſens laſſen wir das Unter⸗ ſuchungsreſultat eines ſogen.Atz⸗ mahdes folgen, einer Wieſe, die im Vorſommer und Herbſt beweidet, im Sommer aber geheuet wird.

(Siehe die Tabelle auf Seite 211.)

Der Quadratfuß enthält alſo die enorme Zahl von 2956 Trieben, meiſt aus typiſchen Weidepflanzen beſtehend: Rotſchwingel, Kammgras,

engliſches Raigras, Weißklee, Fig. 137. 1. Großer Klappertopf, Rhinanthus Kümmel, Fioringras, gemeines

major Rchb. var. hirsutus All. aBlumen⸗ Riſpengras u. ſ. f. krone, aufgeſchlitzt, mit zwei ſeitlichen dunklen

Zähnen; b Kronröhre: e Griffel; d e Kapſel; Behunn; de eanrin er icpperedpf, Kl. m Ganz die gleiche Wirkung Grab. Blüte. wie im Gebirge hat das Beweiden

auch in der Ebene und es ſind zum Teil auch die gleichen Arten, welche durch das Beweiden be⸗ günſtigt werden.

Nach C. A. Weber ſind in Weſtholſtein, Dithmarſchen und Eiderſtedt hauptſächlich das gemeine Straußgras, das Wieſenriſpengras, das engliſche Raigras, das Kammgras und der Rotſchwingel, welche auf den Weiden den Beſtand beherrſchen; auf den Seedeichen auch die Wieſengerſte(Hordeum secalinum); in feuchteren Lagen der Wieſenfuchsſchwanz, das gemeine Riſpengras und das Fioringras. Weber, C. A.: Beiträge zur Kenntnis der Dauerweiden in den Marſchen Norddeutſchlands. Berlin 1901.

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