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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
Entstehung
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14 Zweites Kapitel. Die natürliche Beraſung.

hispidus und autumnalis, Fig. 8), das Habermark(Tragopogon orientalis) u. a. an, die alle einen ähnlichen Haarſchopf beſitzen. So ändert ſich der Beſtand von Jahr zu Jahr, ſtets beſteht eine ſolche Wieſe aber aus einem hohen Prozentſatz geringer Arten.

Im Tieflande iſt man deshalb von dieſer Methode größten⸗ teils abgekommen, weil die Erfahrung bewieſen hat, daß der Ertrag in den erſten Jahren nicht nur quantitativ, ſondern auch qualitativ

ſehr gering iſt. Im Gebirge hat ſie

ſich aber bis auf den heutigen Tag

erhalten. Noch jetzt überläßt hier der Bauer, wenn er eine Wieſe anlegen will, die Beraſung meiſt der

Fig. 7. Goldhafer, Trisetum flavescens Fig. 8. Herbſt⸗Milchkraut, Leontodon

Beauv. c Frucht in natürlicher Größe; autumnalis L. a Frucht mit Pappus a und b 7fach vergrößert. in natürlicher Größe; b dieſelbe 5 fach vergrößert; c eine Pappusfeder ſtark

vergrößert.

Natur, und nur die fortgeſchritteneren Landwirte wenden die künſt⸗ liche Beſamung an.

Im Bündner Oberlande nutzt man den Boden gewöhnlich drei Jahre als Ackerland und läßt ihn nachher ſich ſelbſt beraſfen. Man baut im erſten Jahr Roggen, im zweiten Kartoffeln, im dritten wieder Roggen, und läßt dann die Stoppel liegen. Im Lugnetz(ſo z. B. in Vrin) pflanzt man das erſte Jahr Kartoffeln, dann zwei Jahre abwechſelnd Roggen und Gerſte. Hernach folgen einige Jahre Gras.

Im Oberwallis baut man gewöhnlich länger Roggen, ſelten in Abwechslung mit Gerſte und Kartoffeln, und läßt die Roggenſtoppel ſpäter ebenfalls ſich ſelbſt beraſfen. Im Goms(Wallis) nennt man eine ſolche NeuwieſeMärweri.