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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
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Natürliche Beraſung nach Getreide. 13

oder länger im Waſſer, im Miſt oder in der Gülle liegen, ohne daß er vollſtändig zu Grunde geht. 20 bis 30 bis 50% der Samen nehmen zwar in dieſer Zeit Waſſer auf, quellen und faulen dann. Ein ſehr bedeutender Prozentſatz kann aber 6 Monate und länger im Miſt oder in der Gülle liegen, ohne Schaden zu nehmen, und kann alſo früher oder ſpäter, wenn der Same mit dem Dünger auf das Feld gebracht wird, keimen und eine Pflanze erzeugen. Darum iſt eine jede Düngung mit Viehgülle und Miſt mit einer ſchwachen Anſaat von Weiß⸗ und Rotklee zu vergleichen, und hieraus erklärt ſich das Auftreten dieſer Arten nach einer ſolchen Düngung. Keinesfalls iſt es aber rationell, ſich auf dieſe Beſamung allein zu verlaſſen. Wer beim Futterbau den höchſten Ertrag er⸗

Vc Fig. 5. Weißklee, Trifolium repens L. Fig. 6. Rotklee, Trifolium pratense L. à Same in natürlicher Größe; b Same a Same in natürlicher Größe; b, c und d 7 fach von der Seite; e Profil; 7 fach vergrößert. vergrößert; d keimend.

zielen will, darf weder auf die natürliche Beraſung, noch auf die Wirkung des Düngers allein abſtellen.

Aber auch durch Anflug ſtellen ſich nach und nach gute Gräſer ein, ſo z. B. der Goldhafer(Fig. 7), deſſen Same mit einem Flugapparat verſehen iſt und ſich vermöge ſeiner Behaarung leicht an die Kleider der Menſchen und das Fell der Tiere anheftet und ſo verſchleppt wird. Die Früchte des Löwenzahns werden vermöge ihrer ausgebreiteten Haarkrone vom Winde weithin durch die Luft getragen. Bei ſchwachem Luftzuge ſegeln ſie aufrecht, oben der ausgebreitete Fallſchirm des Pappus, unten die ſpitzen Früchtchen, die ſich leicht zwiſchen andere Gewächſe in die Erde ſenken und hier zur Keimung gelangen. In gleicher Weiſe ſiedeln ſich ſeine Ver⸗ wandten, der gemeine Pippau(Crepis biennis), das Bitterkraut (Picris hieracioides), das rauhe und das Herbſt⸗Milchkraut(Leontodon