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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
Entstehung
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Zweites Kapitel. Die natürliche Beraſung. 5

im Zuſammenhang mit dem Futterbau die Hauptgrundlage des Landwirtſchaftsbetriebes.

Uber kurz oder lang wird ſich aber auch auf dem Gebiete des Futterbaues, der Viehhaltung und Milchwirtſchaft eine Kon⸗ kurrenz geltend machen, wie ſie ſeiner Zeit beim Getreidebau ein⸗ trat. Die einzigen Kampfmittel hiergegen ſind die Herſtellung wertvoller Produkte(Vieh und Milchprodukte) und rationeller Futterbau.

In Bezug auf letztern Punkt nur ein Beiſpiel:

Angenommen der jetzige Milchpreis betrage 10 Pfg. per Kilo, er ſinke aber infolge der Konkurrenz auf 8 Pfg. Wir bringen es aber durch rationellen Kunſtfutterbau dazu, von einem Hektar 70 dz. Heu zu ernten, ſtatt, wie bisher, nur 50 dz. Auf dieſe Weiſe finden wir in Zukunft trotz des niedrigeren Milchpreiſes unſere Rechnung beſſer, als es bisher der Fall war, wie folgendes Rechenexempel zeigt:

1 dz. Heu gibt im Mittel 50 kg Milch(bei einer Normalkuh mit 25 dz. Milchertrag und 50 dz. Heukonſum per Jahr). Alſo gibt 1 Hektar

bisher 50 dz. Heu= 2500 kg Milch à 10 Pfg.= Mk. 250 Ertrag, in Zukunft 70 dz. Heu= 3500 kg Milch à 8 Pfg.= 280 im letzteren Falle alſo per Hektar mehr Mk. 30

Das iſt der einzige Weg, auf welchem unſer Landwirt ſich heutzutage noch konkurrenzfähig erhalten kann durch rationellen Futterbau, Hand in Hand mit rationeller Viehhaltung, rationeller Viehzucht und rationellem Milchwirtſchafts⸗ betrieb!

Sweites Kapitel. Die natürliche Beraſung.

Bei der Beraſung eines Stückes Ackerfeld oder, beſſer ge⸗ ſagt, bei der Umwandlung von Ackerland in Wieswachs wird verſchieden verfahren. Die älteſte Methode iſt jene, bei welcher man die Beraſung ganz und gar der Natur überläßt. Der Boden wird, ſolange es behagt oder ſolange er einen Ertrag gibt, als Ackerland benutzt und dann liegen gelaſſen. Man verwendet ihn vielleicht zu Getreide, bis er ſchließlich ſo ſtark verunkrautet, daß mandem wilden Raſen nicht mehr Meiſter wird, und überläßt nun den