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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
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Erſtes Kapitel. Die Bedentung des Eutterbaues.

Der Futterbau iſt in den altkultivierten Ländern der nörd⸗ lichen gemäßigten Zone der wichtigſte Zweig der landwirtſchaftlichen Bodenproduktion. Keine andere Kultur nimmt eine ſo bedeutende Fläche ein. Ganz beſonders iſt dies der Fall in den nördlichen Küſtenſtrichen und in dem Gebirgs⸗ und Hügelland des europäiſchen Kontinents, wo die atmoſphäriſchen Niederſchläge und ein meiſt bindiger Boden den Graswuchs begünſtigen.

Den richtigſten Begriff von der Bedeutung des Futterbaues bekommt man in einfachſter Weiſe, wenn man den Viehſtand als Maßſtab annimmt, den jährlichen Futterbedarf ermittelt und kapitaliſiert.

Trotz der hohen Bedeutung läßt der Betrieb im allgemeinen noch ſehr zu wünſchen übrig. Die Naturwieſen ſind ſehr häufig verunkrautet, mangelhaft gedüngt oder verſauert. Aber auch bei der Anlage von Wieſen und Futterfeldern werden ungemein viele Fehler begangen. Vielerorts überläßt man die Beraſung des Bodens ganz oder teilweiſe der Natur, anſtatt daß man ihn rationell bebaut, oder ſäet den Samen in einen verunkrauteten, ungenügend vorbereiteten, ſchlecht gedüngten Acker, oder fehlt ſonſtwie bei der Anlage. Infolge⸗ deſſen geben dieſe Wieſen einen geringen Ertrag und vielfach auch ein ſchlechtes Futter.

Der Futterbau hat in den letzten Jahren ganz bedeutende Fortſchritte gemacht, und dieſe Fortſchritte muß ſich der Landwirt dienſtbar machen, wenn er denKampf um das tägliche Brot beſtehen will.

Bei keiner andern Bodenkultur iſt der Ertrag in dem Maße ſteigerungsfähig, wie beim Futterbau. Beim Getreidebau z. B.

Stebler. 5. Auflage. 4