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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Der Kalkſtickſtoff. 123 die Wirkung der im Frühjahr gegebenen Kalkſtickſtoff⸗ düngung= 100 ſetzt. Es darf angenommen werden, daß einige Wochen vor dem Erwachen der Vegetation den Winterfrüchten gegebene Kalkſtickſtoffbüngungen am ſicher⸗ ſten wirken. Nach unſeren Erfahrungen wird ſich emp⸗ fehlen, den Kalkſtickſtoff, ſoweit es ſich um mittelwarmes Klima handelt, für Winterroggen in der Regel nicht ſpäter als vom 1. Februar ab und für Winterweizen in der Regel nicht ſpäter als vom 15. Februar ab zu ſtreuen.

Liegt noch Schnee, ſo wird man beſſer warten, denn Kalk⸗

ſtickſtoff und noch mehr eine Miſchung von Kallttickſtoff mit Kaliſalz, bringt den Schnee zu ſchnellem Schmelzen und entzieht den Pflanzen die ſchützende Decke. Auch wenn der Boden Anfang oder Mitte Februar noch zu naß iſt, muß man warten, und man braucht auch nicht allzu ungeduldig zu warten, ſelbſt wenn die Düngung nicht vor Anfang März ausführbar ſein ſollte. Kräftig entwickelte Pflanzen und günſtige Witterung werden auch ſpät ge⸗ ſtreuten Kalkſtickſtoff zu befriedigender Wirkung bringen. In Ausnahmefällen empfiehlt ſich ſogar, auch wenn Wetter und Bodenzuſtand kein Hindernis bilden, mit der Dün⸗

gung zu zögern, nämlich dann, wenn die Pflanzen wenig gekräftigt in den Winter gekommen und infolge ungünſtiger

Witterung ſo wenig entwickelt geblieben ſind, daß eine vor dem Erwachen der Vegetation gegebene Kalkſtickſtoffdün⸗ gung eine zu ſtarke bzw. zu anhaltende Schädigung be⸗ fürchten läßt. In ſolchen Fällen wird vorzuziehen ſein, den Kalkſtickſtoff erſt dann zu ſtreuen, wenn die Vegetation kräftig eingeſetzt hat, und die Pflanzen dadurch wider⸗ ſtandsfähiger geworden ſind. Die vorgeſehene Kallkſtick⸗ ſtoffgabe wird man, falls ſie nicht ganz ausnehmend hoch iſt, am beſten ungeteilt verwenden, und der Kalkſtick⸗ ſtoff darf nicht auf naſſe Pflanzen geſtreut werden. Gleich⸗