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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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30 Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen?

Düngebedürfnis eines Bodens geben, und ich ſage nun folgendes:

Die Frage, auf welche der Praktiker Antwort haben will, lautet: Iſt unter den vorliegenden ganz beſtimmten Verhältniſſen, wie die Beſchaffenheit der Krume und des Untergrundes ſie darſtellen, und wie die Bearbeitung des Bodens, die Fruchtfolge, die Art der Kulturpflanze, die

Stärke der Saat, das Klima uſw. ſie bedingen, eine Dün⸗ gung mit Phosphorſäure oder Kali oder Stickſtoff oder mehreren dieſer Stoffe notwendig und wie ſtark muß die evtl. Düngung bemeſſen ſein, um den höchſtmöglichen Rein⸗ gewinn zu erzielen? Auf dieſe Frage eine vollkommen ſichere Antwort zu geben, iſt ſelbſtverſtändlich nur der Ver⸗ ſuch geeignet, der unter denjenigen Verhältniſſen angeſtellt ſſt, die der betreffende Acker bietet. Kann man aber beim Gefäßverſuch nicht alle auf dem Acker vorhandenen Ver⸗ hältniſſe genau herſtellen und das kann man eben nicht ſo iſt in letzter Inſtanz nur der direkte, auf dem

betreffenden Acker ausgeführte Verſuch imſtande, die ge⸗

wünſchte Antwort zu geben.

Die chemiſche Analyſe und auch der Gefäßverſuch können nur ganz ungefähre Anhaltspunkte geben. Der Geſamtgehalt des Bodens an Nährſtoffen, oder ſein ana⸗

lytiſch ermittelter Gehalt an löslichen Nährſtoffen, oder

der prozentiſche Nährſtoffgehalt der auf ihm gewachſenen Ernteſubſtanz, oder endlich die Reſultate eines Gefäßver⸗ ſuches können nur dann einen beſtimmten Aufſchluß geben, wenn der Boden entweder ausnehmend arm oder aus⸗ nehmend reich an dem betreffenden Nährſtoff iſt.

So kommen wir denn auf den Feldverſuch zurück und müſſen erkennen, daß die Ausführung desſelben dem Land⸗

wirt nicht erſpart werden kann. Aber ich hoffe, daß es ge⸗ lingen wird, die zurzeit unter den Praktikern noch herr⸗

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