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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Läßt ſich aus dem Gehalt der Ernteſ ubſtanz ein Schluß ziehen? 25

Das iſt ein Beiſpiel, welches deutlich zeigt, wie vor⸗ ſichtig man urteilen muß, wenn man aus dem prozentiſchen Gehalt der Ernteſubſtanz einen Schluß auf den Gehalt des Bodens an löslichen Nährſtoffen ziehen will.

Die Grenzwerte, wie ſie ſich aus unſeren in oben ge⸗ nannter Schrift beſprochenen Verſuchen ergeben haben, ſollen hier mit dem ausdrücklichen Bemerken wieder⸗ gegeben werden, daß ſie nur als Grundlage für eine weitere Prüfung dieſer wichtigen Frage dienen dürfen. Weitere Erfahrungen werden ergeben, ob die Grenzwerte erweitert werden müſſen, oder ob man ſie enger ziehen lann. Je enger die Grenzen gezogen werden können, ohne daß man 4 Unſicheres bietet, um ſo wertvoller werden ſie ja für die Praxis ſein. Zieht man ſie der größeren Sicherheit halber ſo weit, daß nur ſelten in der landwirtſchaftlichen Praxis vorkommende Ausnahmen über ſie hinausgehen, ſo hat eine Feſtſtellung des prozentiſchen Kali⸗ und Phosphor⸗ ſäuregehaltes der Ernteſubſtanz wenig praktiſchen Wert. Man kann dann keinen beſtimmteren Schluß aus den analytiſchen Ergebniſſen ziehen als den, daß mit der grö- ßeren Annäherung an den unteren oder an den oberen Grenzwert die Wahrſcheinlichkeit ſteigt oder fällt, daß eine ſtärkere Phosphorſäure⸗ oder Kalidüngung befriedigenden Erfolg haben wird.

Aus unſeren beiſpielsweiſe mit Roggen ausgeführten Verſuchen hat ſich ergeben, daß bei den uns vorliegenden 24 Verſuchen der Gehalt des Roggenſtrohs an Phosphor⸗ ſäure bei ſtärkſter Düngung im Mittel 0,27% betragen hat. Fiel der Gehalt bei phosphorſäurefreier Düngung unter 0,12%, ſo wurde ausnahmslos ein Mehrertrag an Roggenkörnern durch Phosphorſäuredüngung erzielt. War dagegen der prozentiſche Phosphorſäuregehalt des Roggen⸗ ſtrohs höher als 0,42%, ſo übte die Phosphorſäuredün⸗