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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Läßt ſich aus dem Gehalt der Ernteſubſtanz ein Schluß ziehen? 23

das den angegebenen niedrigen Gehalt an Phosphorſäure und Kali aufweiſt, düngebedürftig iſt, während mit der gleichen Beſtimmtheit der Schluß gezogen werden kann, daß die Wieſenpflanzen mit Kali und Phosphorſäure hin⸗ reichend verſorgt geweſen ſind, wenn ihr Gehalt den an⸗ gegebenen hohen Zahlen entſpricht. Weiteres hierüber unter Düngung der Wieſen. Ich habe verſucht, auch aus dem prozentiſchen Nähr⸗ ſtoffgehalt der bei Ackerkulturen gewonnenen Ernteſubſtanz Grenzwerte zu gewinnen, die zur Beurteilung des Dün⸗ gungsbedürfniſſes der Böden dienen könnten. In meiner SchriftDie Wirkung von Stallmiſt und Handelsdün⸗ gern, Heft 279 der Arbeiten der D. L. G., habe ich Mit⸗ teilung über einen großen Teil unſerer diesbezüglichen Arbeiten gemacht. Wir haben feſtgeſtellt, daß der Phos⸗ phorſäure⸗ und Kaligehalt der Getreidekörner ſehr wenig wechſelt. Er iſt vom Gehalt des Bodens, bzw. ſeines Düngungszuſtandes wenig abhängig. Der Gehalt des Getreideſtrohes dagegen, wie auch der Gehalt der Trocken⸗ ſubſtanz von Kartoffeln, Zuckerrüben und Futterrüben weiſt je nach ſtärkerer oder geringerer Düngung ſo große Unterſchiede auf, daß man Grenzwerte feſtſtellen kann, die einen wenn auch nur ganz ungefähren Anhalt zur Be⸗ urteilung des Düngebedürfniſſes des betreffenden Bodens bieten. Aber ich warne davor, den Wert und die Zu⸗ verläſſigkeit ſolcher Grenzwerte zu überſchätzen. Ich hebe hervor, daß nur bei ausnehmend großer Armut oder aus⸗

nehmend großem Reichtum des Bodens an Nährſtoffen

überhaupt größere Unterſchiede im prozentiſchen Gehalt der Ernteſubſtanzen auftreten, woraus folgt, daß auch nur bei ausnehmend hohem oder ausnehmend geringem Gehalt der Ernteſubſtanz ein Rückſchluß auf den Düngungszuſtand des Bodens gezogen werden kann. Die weitaus meiſten