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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
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138 Krankheiten und Fehler neugeborener Tiere.

In einigen Gegenden iſt es üblich, dem neugeborenen Kalbe raſch eine Handvoll Salz in das Maul zu bringen und hier zu⸗ gleich einzureiben. Ein ſolches Verfahren hat zwar in der Regel keinen Zweck, es kann aber unter Umſtänden von Nutzen ſein, da das Salz, wenn es an die Naſenöffnung gelangt, als Reizmittel zum Nieſen und damit zur Atmung Anregung giebt. Als Reiz⸗ mittel können auch Salmiakgeiſt oder Eſſig, die dem Jungen vor die Naſe gehalten werden, Anwendung finden.

Wird ein Junges von Eihüllen eingeſchloſſen geboren, ſo ſind dieſe ſchleunigſt zu zerreißen.

Die Vorbeugung beſteht darin, daß die Vollendung der Geburt nicht unnötigerweiſe verzögert wird und etwa erforderliche Hilfeleiſtungen ſo bald als möglich zur Ausführung gelangen. Es ſoll jedoch keineswegs eine übereilte Beſchleunigung der Geburt ſtattfinden, damit das Muttertier nicht in Gefahr gerät, und iſt in dieſer Hinſicht vor allem bei erſtgebärenden Tieren namentlich Rindern und überhaupt bei Verengerung des Geburtskanals große Vorſicht anzuwenden(vergleicheVerengerung des Ge⸗ burtskanals).

2. Mabelblutung.

Gewöhnlich erfolgt nach der Durchtrennung des Nabelſtranges nur eine unbedeutende Blutung, die alsbald aufhört. Vereinzelt, namentlich bei ſchwächlichen Jungen, und am häufigſten beim Füllen, tritt jedoch eine ſtarke und anhaltende Nabelblutung ein. In ſolchem Fall iſt der Nabel mit einem reinen Band zu unter⸗ binden.

3. Barnkröpfeln aus dem RMabel.

Der von dem noch ungeborenen Jungen abgeſonderte Harn wird durch den Nabelſtrang nach der Harnhaut und nach der Harn⸗ hautflüſſigkeit geführt. Nach der Geburt ſchließt ſich unter nor⸗ malen Verhältniſſen der Nabel. Mitunter, insbeſondere beim Füllen und ganz ausnahmsweiſe beim Kalb, tropft oder fließt beim Urinieren noch nach der Geburt ein Teil des Harns aus dem Nabel, namentlich dann, wenn der Nabel zu kurz abgeriſſen iſt. Ein ſolches Harntröpfeln verurſacht eine Reizung des Nabelſtumpfes und der an dieſen angrenzenden Haut. Es iſt daher ratſam, das Leiden, wenn es nicht alsbald von ſelbſt ſich verliert, durch einen Tierarzt behandeln zu laſſen.