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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
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18 Bau und Verrichtungen des Beckens und der Fortpflanzungsorgane ꝛc.

Eine Urſache von Unfruchtbarkeit iſt auch die ſog. Stierſucht (ſiehe dort).

Eine Behandlung iſt in ſolchen Fällen, wo erheblichere an⸗ geborene Mängel vorliegen, zwecklos. Ebenſo wird man mit be⸗ deutenderen erworbenen Fehlern, unter anderem mit ungeheilten Dammriſſen behaftete Tiere am beſten von der Zucht ausſchließen. Manchmal iſt jedoch die Unfruchtbarkeit durch Beſeitigung ihrer Urſachen zu heben. Geſchwülſte laſſen ſich mitunter durch eine Operation entfernen, namentlich wenn ſie ihren Sitz in der Scheide haben. Ein chroniſcher Katarrh der Gebärmutter oder der Scheide iſt oftmals durch eine von einem Sachverſtändigen eingeleitete Be⸗ handlung zu heilen. Ein zu dicht verſchloſſener Muttermund kann häufig auf künſtlichem Wege erweitert werden.

Ob nach einem kurz vor dem Belegen gemachten Aderlaß leichter als ſonſt Trächtigkeit eintritt, iſt wohl ſehr zweifelhaft. Neuerdings wird eine Einſpritzung in die Scheide, eine Stunde vor dem Belegen, von 5 g doppeltkohlenſaurem Natron, gelöſt in 1 1 Waſſer empfohlen, falls ein Scheidenkatarrh beſteht.

Wenn verminderte Fruchtbarkeit eine Folge der Inceſtzucht iſt, ſo kann eine Kreuzung Benutzung von männlichen Tieren anderer Raſſe von Erfolg ſein.

Bleibt die Brunſt wegen fehlerhafter Haltung und Ernährung aus, ſo müſſen dieſe verändert werden. Sehr günſtig wird die Geſchlechtsthätigkeit durch den Weidegang beeinflußt. Bei Rindern ſtellt ſich die Brunſt am regelmäßigſten im Frühling, nachdem ſie einige Wochen die Weide beſucht haben, ein. Bei Stallhaltung ſind namentlich bei maſtig genährten Tieren ſolche Futtermittel, die den Fettanſatz begünſtigen, zu vermeiden, bei mageren Tieren iſt dagegen die Fütterung reichlicher zu bemeſſen. Vor allem iſt Hafer geeignet, eine günſtige Wirkung auf die Geſchlechtsthätigkeit auszuüben. Auch einzelne Arzneien wirken erregend auf den Geſchlechtstrieb ein.

Ein Nichtträchtigwerden kann auch durch das männliche Tier verurſacht ſein. Ganz vereinzelt kommt es vor, daß bei männlichen Tieren ein angeborener Mangel vorliegt; ſie vollziehen den Deckakt regelrecht, ohne je befruchtend zu wirken, was namentlich bei männlichen Zwillingskälbern beobachtet worden iſt. Häufiger findet man eine ungenügende Fruchtbarkeit bei älteren Zuchttieren vor allem bei Stieren die in übermäßiger Weiſe zum Decken ver⸗ wandt und zugleich üppig ernährt worden ſind. Von ſolchen Stieren belegte Kühe werden mitunter nur zu einem geringen Prozentſatz tragend.