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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
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Zeichen der Trächtigkeit. 13

Seite des Bauches ſtärker als die linke aus, und zugleich ſenkt ſich der Bauch nach unten, namentlich bei Kühen mit ſchlaffen Bauchdecken. Bei Stuten, zumal wenn ſie zum erſtenmal tragend ſind, iſt eine Umfangsvermehrung ſelbſt in den letzten Monaten der Tragezeit manchmal wenig in die Augen fallend.

Auf eine Trächtigkeit kann erſt mit Sicherheit geſchloſſen werden, wenn die Frucht entweder bei der Eigenbewegung wahrnehmbar oder durch die unterſuchende Hand fühlbar iſt. Bewegungen des Jungen laſſen ſich bei der Stute und der Kuh meiſtens im letzten Drittel der Tragezeit bemerken. Bei der Stute iſt dies am eheſten möglich, wenn man morgens nach der Getränkaufnahme oder nach vorangegangenen Anſtrengungen des Tieres die Hand vor dem Euter an den Bauch legt. Bei der Kuh iſt das Kalb in der Regel in der rechten Flanke zu fühlen, wenn hier kurze Stöße mit der geballten Fauſt ausgeführt werden. Ausnahmsweiſe iſt die Frucht in der linken Flankengegend wahrnehmbar; bei Vorhanden⸗ ſein von Zwillingen iſt mitunter der eine Fötus in der linken, der andere in der rechten Flanke zu fühlen. An dieſen Körper⸗ gegenden ſind bei der Kuh auch Bewegungen des Jungen zu bemerken.

Eine Schwellung des Euters pflegt ſich bei Stuten und Kühen 1 ½ 3 Monate vor dem Ende der Tragezeit einzu⸗ ſtellen. Bei Rindern, die zum erſtenmal tragend ſind, kann bereits in der Mitte der Trächtigkeit eine Zunahme der Milch⸗ drüſe eintreten. Bei Kühen, die bis wenige Wochen vor dem Gebären gemolken werden, erfolgt eine Euterſchwellung erſt ſpät und fehlt, wenn ſiedurchgemolken werden, mitunter ganz, in⸗ deſſen iſt die Milch zuletzt von veränderter Beſchaffenheit.

In der letzten Zeit der Trächtigkeit ſtellen ſich charakteriſtiſche, die nahe bevorſtehende Geburt anzeigende Erſcheinungen ein. Es bilden ſich beſonders beim Pferd ſich teigig anfühlende Anſchwellungen am Bauch und an den Schenkeln; bei Stuten, denen keine Be⸗ wegung verſchafft wird, treten ſolche Schwellungen ſchon frühzeitig auf und können einen beträchtlichen Umfang erreichen. Bei der Kuh nennt man eine ſich vor dem Euter am Bauch zeigende Anſchwellung Floß oder Voreuter. Die Schwellung des Euters kann bei Milch⸗ kühen ſo erheblich werden, daß ſich die Tiere kaum hinlegen können.

In der letzten Zeit vor dem Gebären bildet ſich in der Milchdrüſe eine dicke gelblich ausſehende Milch, die Koloſtralmilch (Bießmilch, Beeſtmilch), und die Zitzen füllen ſich mit Milch, ſie werden prall, geſpannt. Beim Pferde laſſen ſich an der Spitze