12 Bau und Verrichtungen des Beckens und der Fortpflanzungsorgane ꝛc.
Mit 4 Wochen iſt die Frucht annähernd 1 cm lang. Sie liegt dann noch frei in der Gebärmutter, es ſind bei ihr aber ſchon alle Organe in der Anlage vorhanden. Mit 8 Wochen iſt der Fötus 6— 6 ½ cm, mit 11 Wochen 11 cm, mit 14 Wochen 14 cm lang. Um letztere Zeit beträgt das Gewicht des Jungen etwa 2 kg. Im 5. Monat— 120— 130 Tage— erreicht die Frucht eine Länge von 35— 40 cm und mit 18 Wochen erſcheinen die erſten Haare, und zwar Taſthaare an den Lippen und am Kinn. Im 6. Monat wird das Junge 60 em lang, 3— 4 kg ſchwer und am Flotzmaul, ſowie an den Augen bilden ſich Haare. Im 7. Monat erreicht der Fötus eine Länge von 70 cm und ein Gewicht von 5— 6 kg. Am Ende dieſes Monats erſcheinen an den Kronen der Füße, an der Schwanzſpitze und an den Stellen, wo ſpäter die Hörner hervorwachſen, Haare. Im 8. Monat be⸗ trägt die Länge ca. 75 cm, das Gewicht etwa 12 ½ kg. Es wachſen nun auch Haare an den Ohrrändern und am Rücken. Am Anfange des 9. Monats(alſo vom 240. Tage an) bedeckt ſich der ganze Körper mit Haaren, und zwar am Rücken zuerſt. In der erſten Hälfte des 10. Monats wird das Junge geburtsreif.
6. Zeichen der Trächtigkeik.
Die Entwickelung der Frucht veranlaßt beim Muttertier auch äußerlich wahrnehmbare Veränderungen, die als Zeichen der Trächtig⸗ keit dienen können.
In der Regel bleibt die Brunſt nach der Befruchtung aus. Dieſer Umſtand iſt zunächſt das einzige Zeichen für die erfolgte Trächtigkeit. Allein bei Pferden und Rindern ſtellt ſich trotz der Trächtigkeit die Brunſt bisweilen wieder ein; man ſpricht dann von Afterbrunſt. Andererſeits kann aber auch die Brunſt monate⸗ lang ausbleiben, ohne daß Trächtigkeit vorhanden iſt.
Tragende Tiere haben vermehrten Appetit, Pferde zeigen ge⸗ ſteigerten Futterneid. Da die Frucht in der erſten Zeit ihrer Ent⸗ wickelung nicht viel Nährſtoffe verlangt, und trächtige Tiere meiſtens ruhiger als ſonſt ſind, ſo pflegt ſich ihr Nährzuſtand in der erſten Zeit nach der Befruchtung zu beſſern.
Eine Umfangsvermehrung des Bauches iſt zunächſt nicht zu bemerken, da das Wachstum des Jungen anfänglich nur langſam vor ſich geht. Im zweiten Drittel der Trächtigkeit ſtellt ſich aber eine wahrnehmbare Umfangszunahme ein. Bei der Kuh iſt dieſe am leichteſten erkennbar, es dehnt ſich bei ihr die rechte
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