8 Bau und Verrichtungen des Beckens und der Fortpflanzungsorgane ꝛc.
rindern, mitunter ſpäter. Bei jungen, aber geſchlechtsreif ge⸗ wordenen Rindern, aber auch bei älteren Kühen, können jedoch ſelbſt monatelange Pauſen eintreten.
5. Die trächtige Gebärmukter mit den Pruchthüllen und deren Inhalt.
Wenn die in die Gebärmutter gelangten Eier befruchtet werden, ſo ſtellen ſich wichtige Veränderungen am Ei und an der Gebärmutter ein.
Das Ei, aus dem ſich das Junge entwickelt, befindet ſich nach der Ablöſung vom Eierſtocke bei der Stute und dem Rinde in einem Horn oder im Körper des Fruchthälters. Sowohl der Körper als auch die beiden Hörner nehmen mit dem Fortſchreiten der Trächtigkeit allmählich an Umfang zu. Bei hochträchtigen Stuten reicht die Gebärmutter nach unten bis auf die Bauchdecken und nach vorn häufig bis zum Zwerchfell. Beim Rind liegt der Tragſack mehr an der rechten Seite, weil ſich an der linken der Panſen befindet.
Wenn bei den großen Haustieren mehr als ein Junges vor⸗ handen iſt, ſo liegt in jedem Horn eine Frucht. Beim Schaf oder bei der Ziege können ſich in jedem Horn mehrere Junge entwickeln. Bei dem Schwein befinden ſich die Früchte ziemlich gleichmäßig verteilt in beiden Gebärmutterhörnern hintereinander.
Das befruchtete Ei liegt in den erſten Tagen frei im Trag⸗ ſack und wird hier namentlich durch die von der Schleimhaut abgeſonderte Uterinmilch ernährt. Schon im erſten Trächtigkeits⸗ monat bilden ſich die Fruchthüllen(Fig. 4 u. 5), und durch dieſe wird die Verbindung zwiſchen dem Muttertier und der Frucht her⸗ geſtellt und die Ernährung vermittelt.
Man unterſcheidet drei Fruchthüllen oder Eihäute: die Lederhaut, die Harnhaut und die Schafhaut. Die Lederhaut iſt die äußere der Hüllen. Sie bildet einen großen Sack, der die ganze Gebärmutterhöhle ausfüllt und überall deren Wandungen berührt. An der Oberfläche der Lederhaut befindet ſich der Fruchtkuchen. Dieſer beſteht bei dem Pferd und dem Schwein aus kleinen Zotten, die überall mit der Schleimhaut des Frucht⸗ hälters verbunden ſind. Die Schleimhaut verändert ſich während der Trächtigkeit und bildet den ſog. Mutterkuchen, der dazu beſtimmt iſt, die Zotten der Lederhaut aufzunehmen.— Bei dem Rind, dem Schafe und der Ziege erſtreckt ſich der Fruchtkuchen
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