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Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
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20 I. Die Pflanze.

Waſſer herſtellt. Sie bildet den Ausgangspunkt für die Bildung aller anderen organiſchen Stoffe in der Pflanze. Die meiſten Schmetterlingsblütler, z. B. die Lupinen, können unter Beihilfe eines in den Wurzelknöllchen lebenden Bakteriums auch den freien Stickſtoff der atmoſphäriſchen Luft zum Aufbau der or⸗ ganiſchen Stoffe verwenden; ſie heißen deshalbStickſtoffſammler.

§ 8. Verwendung der gebildeten organiſchen Subſtanz.

Die Stärke muß, da ſie in Waſſer nicht löslich iſt, in einen löslichen Körper umgewandelt werden, damit ſie aus den rings ge⸗ ſchloſſenen Blattzellen nach den Stellen des Verbrauchs wandern könne. Indem ſie Waſſer aufnimmt, verwandelt ſie ſich in Zucker:

Stärke+ Waſſer= Traubenzucker CeIIoO. 20= CeH1²O.

Die Wanderung des Zuckers nach den Stellen des Verbrauchs geſchieht abermals durch Diffuſion, indem die Zellſaftlöſung in den Zellen, in denen Zucker verbraucht wird, verdünnter geworden iſt und dadurch ein Strom nach jenen Zellen entſteht.

Die Arten des Verbrauchs ſind folgende:

a) Die Bildung neuer Zellen findet ſtatt, indem der Zucker in die zum Aufbau der einzelnen Zellteile erforderlichen Verbindungen umgewandelt wird. Solche Verbindungen ſind Eiweiß, Zellſtoff, Kork⸗ ſtoff, Holzſtoff u. a. Die Ortlichkeiten dieſer Neubildung, nach denen der Zucker hinwandert, ſind alle wachſenden Pflanzenteile, vor⸗ zugsweiſe die Knoſpen, die Stammſpitze, die Wurzelſpitze, das Kambium, die Blüten und ſchließlich die Frucht bezw. der Same..

b) Ein weiterer Aufbrauch von Zucker geſchieht dadurch, daß in Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, dem Mark des Stengels, dem Samen Zucker ſelbſt oder gewiſſe Stoffe, die aus dem Zucker entſtehen, als Vorrat für künftiges Wachstum abgelagert werden. Solche Stoffe ſind Stärke(die aus dem Zucker wieder zurückgebildet wird), Zellſtoff, Fett(Ol) u. a.

c) Schließlich wird ein großer Teil des Zuckers zur Atmung verbraucht. Unter Atmung verſteht man den Vorgang in allen lebenden Zellen der Pflanze, bei welchem beſonders Zucker und Stärke durch den Sauerſtoff der Luft zu Kohlen⸗ ſäure und Waſſer unter Entwicklung von Wärme verbrannt werden. Die Atmung findet dauernd, alſo auch des Nachts ſtatt. Der Sauerſtoff der atmoſphäriſchen Luft muß dabei den Pflanzen in allen ihren lebenden Teilen zugänglich ſein. Die Zellen der oberirdiſchen Pflanzenteile erhalten den Sauerſtoff der Luft durch Vermittelung der