12 I. Die Pflanze.
§ 4. Aufbau der einzelnen Pflanzenteile.
1. Bau des Stengels. Bei weiterem Wachstum des Stammes entſtehen in den Markſtrahlen, die urſprünglich als Wände die Gefäß⸗ bündel trennen, neue Gefäßbündel, ſo daß einerſeits die Markſtrahlen als Wände verſchwinden, anderſeits die Gefäßbündel dicht zuſammen⸗ kommen und die Hauptmaſſe des Stammes ausmachen. Ebenſo wie ſich in den Markſtrahlen neue Gefäßbündel bilden, entſtehen auch zwiſchen dieſen neue zahlreiche Markſtrahlen, die aber nicht mehr als breite Wände, ſondern als ſchmale Strahlen auftreten(Fig. 16 1, 2, 3, 4.
Dasjenige Holz, welches im Frühjahr gebildet wird, enthält mehr Gefäße und iſt daher weicher; das Herbſtholz beſitzt dagegen mehr Holz⸗
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Fig. 16. Schematiſche Darſtellung eines älteren dikotylen Stammes. A Rinde mit Kor, B Baſt, C Kambium, H Holz, J Jahresring, 1, 2, 3 M Markſtrahlen, M Mark, Q Querſchnitt, R Radialſchnitt, T Tangentialſchnitt.
faſern und iſt daher dichter und feſter. Auf dieſer Verſchiedenheit des Holzes beruhen dte Jahresringe.
Die anfangs noch mit Plasma verſehenen Holzzellen verlieren dasſelbe bald, die Wandungen verholzen und das Innere wird mit Luft gefüllt. Die langgeſtreckten und dickwandigen Prosenchymzellen des Holzes und Baſtes verleihen der Pflanze Feſtigkeit.
In den Markſtrahlen wird im Sommer Stärke als Vorrat für die Ernährung der Kambiumzellen abgelagert.
Die Rinde verändert ſich ebenfalls beim Wachstum. Die äußere Haut wächſt nicht weiter, ſondern platzt durch den Druck des innen weiter wachſenden Stammes. Damit wäre der äußere Schutz verloren, aber es haben ſich ſchon im Herbſt des erſten Jahres in den Rinden⸗


