8 I. Die Pflanze.
„Gefäße“(Holz- und Baſt⸗ oder Siebgefäße) ſind nun lange Röhren, die ſich zwiſchen anderen Geweben hinziehen und z. T. zur ſchnellen Be⸗ G förderung gewiſſer Nährſtoffe dienen. Um in den Holzgefäßen dem Seitendruck auf dieſe langen Schläuche zu widerſtehen, ſind die Wände dieſer Gefäße meiſtens verdickt. Nach den eigentümlichen Verdickungen unterſcheiden wir Tüpfel⸗, Ring⸗, Spiral⸗ ꝛc. Ge⸗ fäße(Fig. 9 s, t, sb). 6. Zwiſchenzellräume. Die Zellwände der verſchiedenen älteren Zellgewebearten ſchließen Fig. 10. Steinzellen mit Porenkanälen aus dem nicht vollſtändig dicht aneinander, Fruchtileſich der Biene⸗ ſondern laſſen kleine Hohlräume zwiſchen ſich: die Zwiſchenzell⸗ räume, die miteinander in Verbindung ſtehen und ein vollſtändiges weitverzweigtes Netz in der ganzen Pflanze bilden(Fig. 1 i, S. 2). ¹)
§ 3. Gewebeſyſteme.
Betrachten wir einen ſtarken Blattſtiel, ſo finden wir ihn von einer lockeren Haut umgeben, während das Innere eine mehr oder weniger gleichförmige Grundmaſſe zeigt, in welcher wir durch Schaben mehrere feſte Stränge freilegen können. Danach unterſcheiden wir das Haut⸗ gewebe, das Grundgewebe und die Gefäßbündel.
1. Das Hautgewebe oder die Oberhaut hat den Zweck, die inneren Pflanzenteile zu ſchützen, und zwar 1. gegen Austrocknen, 2. gegen zu ſchnelle Aufnahme von zu viel Waſſer, 3. gegen das Eindringen von ſchädlichen Pilzen und 4. gegen den Angriff tieriſcher Feinde(z. B. der Bienen bei ſüßen Früchten). Die Oberhaut beſteht aus einer Schicht von tafelförmigen Zellen, die dicht aneinander ſchließen(Fig. 11, S. 9, und Fig. 12, S. 10). Die Außenzellwand iſt mit Korkſtoff durchtränkt, der ſie undurchdringlich für Waſſer macht, und außerdem von einer feinen Korkſchicht überzogen. Darüber liegt oft noch eine feine Wachs⸗ ſchicht, z. B. bei Weinbeeren, Äpfeln ꝛc., die das Benetzen verhindert.
¹) Die Zwiſchenzellräume verurſachen es auch, daß die Pflanzenteile nicht durchſcheinend ſind. Sie werden aber durchſcheinend, wenn ſich dieſe Hohlräume mit Waſſer füllen; wie ein friſcher Schneeball undurchſichtig iſt, aber durch⸗ ſcheinend wird, wenn ſich die Räume zwiſchen den Schneekörnern mit Waſſer füllen. Deshalb iſt ein gefrorenes Blatt durchſcheinend, ebenſo das Fleiſch eines kranken Apfels, da hier die Zwiſchenzellräume mit Waſſer gefüllt ſind.


