Heublumenſaat oder Kleegrasſaat? 11
Sache. Deshalb ſind viele ſogenannte Erfahrungen nichts als Täuſchungen und Irrtümer, d. h. ſie ſind eigentlich gar keine Erfahrungen, denn eine Erfahrung muß richtig und wahr ſein. Die ſicherſten Erfahrungen erhält man durch den Ver⸗ ſuch, der mit Maß und Gewicht überwacht wird. Das gilt für Verſuche im allgemeinen, es gilt im beſondern auch für die Verſuche im Feld und auf der Wieſe.
Schon im Frühjahr 1876 habe ich auf dem landwirt⸗ ſchaftlichen Verſuchsfeld der techniſchen Hochſchule in Zürich eine Reihe von Futterbauverſuchen eingeleitet und bis zum Jahre 1885, alſo zehn Jahre lang, planmäßig durchgeführt, um die Frage zu beantworten: Welchen Erfolg hat die Heublumen⸗ ſaat im Vergleich zu einer mehr oder weniger rationell zuſammengeſetzten Kleegrasſaat?
Das Verſuchsfeld liegt auf dem Areal der Staatsdomäne Strickhof, in einer Höhe von rund 500 m über dem Meer, aber es wechſelt, was ſehr zweckmäßig und durch Bundesgeſetz geregelt iſt, von Zeit zu Zeit ſeinen Platz.
Die Fläche, die den Verſuchen diente, war bei einer Ge⸗ ſamtgröße von annähernd ⅛ ha ungefähr dreimal ſo lang als breit; das Land hatte im Vorjahre auf der einen Längshälfte Hafer, auf der anderen Längshälfte Hackfrucht getragen. Um die dadurch herbeigeführten Ungleichmäßigkeiten des Bodens möglichſt zu beſeitigen, wurden die vier erforderlichen Verſnchs⸗ parzellen über die ganze Breite, rechtwinklig zur Grenze abge⸗ ſteckt. Zwiſchen und neben den Parzellen blieben Wege von 1 m Breite. Die unten und oben abfallenden Stücke dienten als Schutzſtreifen gegen den Feldweg und gegen die Landſtraße. Die Größe der einzelnen Verſuchsparzellen betrug 1516 qm. Die nähere Einteilung iſt aus dem Kulturplan S. 12 zu erſehen.
Die Zubereitung des ſchweren, kalkhaltigen und frucht⸗ haren Lehmbodens geſchah durch Tiefpflügen, Grubbern und Überfahren mit dem Schollenbrecher. Eine friſche Düngung erhielt das Feld vor der Saat nicht.
Was das Saatgut betrifft, ſo kamen auf der I., II. und III. Parzelle verſchiedene Kleegrasmiſchungen zur Ver⸗ wendung, die IV. Parzelle wurde dagegen mit Heublumen
angelegt. Im beſonderen mag über das Saatgut folgendes be⸗ merkt werden.


