Vorwort. V
dierenden übte, ergaben ſich die Pflanzen, die für den Kunſt⸗ futterbau von Bedeutung, ergaben ſich auch die Grundſätze, nach denen die Kleegrasmiſchungen für 1—2 jährige, für 4— 6 jährige und für dauernde Nutzung zuſammenzuſetzen ſind.—
Ein Hauptpunkt bei der Pflege der Natur⸗ und Kunſtwieſen iſt die düngung. Dabei drängt ſich die Frage in den Vorder⸗ grund: Sollen wir die Wieſen mit Stickſtoff düngen, oder ſollen wir die Düngung auf die Zufuhr von Kali und Phosphorſäure beſchränken?
Bei dem erſten Verſuch, den ich im Frühling 1890 auf einer Fläche einleitete, die ein Mittelding darſtellte zwiſchen einer Natur⸗ und einer Kunſtwieſe, denn das Gras war im Jahr 1888 geſät worden, der Klee war wild gewachſen,— bei dieſem Verſuch ergab die mit Phosphorſäure, Kali und Stickſtoff ge⸗ düngte Parzelle in den erſten 5 Jahren an Heu und Emd pro Hektar einen Mehrertrag von rund 1800 kg, während der Mehr⸗ ertrag in den letzten 5 Jahren noch nicht 300 kg erreichte.
Dies Reſultat bedurfte der näheren Prüfung durch einen neuen Verſuch. Zu dem Ende wurde im Jahre 1900 eine aus⸗ gedehnte Fläche mit einer Grasmiſchung ohne Klee angebaut und im Jahre 1901 in 4 Parzellen zerlegt, von denen je 2 als Düngung Phosphorſäure, Kali und Stickſtoff, je 2 nur Phosphorſäure und Kali erhielten.
Die Stickſtoffparzellen lieferten in den erſten beiden Jahren 1901 und 1902 einen Mehrertrag an Heu und Emd von rund 3500 und 3200 kg pro Hektar, im Jahre 1903 ſank der Mehr⸗ ertrag auf rund 1200 kg, und im Jahre 1906 verwandelte ſich das Plus in ein Minus von rund 400 kg.
Im Jahre 1907 ließ ich den Stickſtoff weg. Es ergab ſich ein Minderertrag van rund 1400 kg. Im Jahre 1908 führte ich wieder Stickſtoff zu. Es ergab ſich im Durchſchnitt anf den 4 Vergleichsparzellen ein gleich hoher Ertrag.
Da lag es auf der Hand, daß bei konſequentem Aus⸗ ſchluß der Stickſtoffzufuhr die ſtickſtoffbedürftigen Gräſer durch die Bodenbakterien mit Stickſtoff verſorgt werden, und dieſe Vermutung wurde durch die bak⸗ teriologiſche Unterſuchung beſtätigt.
So gelangte ich von den Wurzelbakterien, mit deren Beihilfe die kleceartigen Gewächſe den freien Stickſtoff ver⸗ werten, zu den Bodenbakterien, die frei in der Muttererde


