Vorwort zur fünften Auflage.
In jeder Kunſt herrſcht Übung und Verſuch, Und ohne Fehler wird kein Meiſter klug.
Auf dem meiner Leitung unterſtellten Verſuchsfelde der techniſchen Hochſchule in Zürich habe ich in den Jahren 1876 bis 1908 eine Reihe von planmäßigen Futterbauverſuchen durch⸗ geführt, deren Reſultate in dem 109. Thaerbibliothekband unter dem Titel dargelegt ſind:„Der praktiſche Kleegrasbau. Kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunſtfutterbau.“
In der geſchichtlichen Einleitung findet ſich die von Julius Kühn über die Vorteile der Gemengſaaten von Klee und Gräſern im Jahr 1868 veröffentlichte Abhandlung, die ich ihrem weſent⸗ lichen Inhalte nach bereits im Sommer 1867 in den Vor⸗ leſungen kennen gelernt hatte. Um die Zeit der Sommerſonnen⸗ wende des Jahres 1871 trug mich das Schickſal nach der Schweiz, und am 13. Auguſt hielt ich im landwirtſchaftlichen Verein Neu⸗ münſter⸗Wipkingen⸗Zürich meinen erſten Vortrag auf Schweizer⸗ boden— über Kleegrasbau. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß ich den praktiſchen Landwirten damals übermittelte, was ich bei Kühn in Halle gelernt.
Nachdem ich mich einigermaßen in der Schweiz orientiert, da ſtellte ich mir die Aufgabe, den Kunſtfutterbau eingehend zu ſtudieren, nicht am grünen Tiſch, ſondern in der freien Natur.
Heublumenſaat oder Kleegrasſaat? So lautete die erſte Frage, die ich zu beantworten ſuchte. Bei meiner praktiſchen Richtung ließ ich mir die Heublumen(ſo nennt man hier die Abfälle aus dem Heuſtock) von der Domäne Strickhof liefern, auf deren Areal mein Verſuchsfeld lag. Den Samen zu zwei Kleegrasmiſchungen bezog ich von zwei ſchweizeriſchen Händlern.


