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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Schlußbetrachtung.

den äußeren Einflüſſen, die der Lauf des Jahres mit ſich bringt, veranlaßt auch bei der ſorgfältigſten Haltung immer kleine Abweichungen in der Richtung, daß z. B. der Teil des Wollhaares, welcher während der Säugezeit emporwächſt, etwas ſchlaffer, die äußerſte Spitze, welche während der Weide⸗

zeit hervorkommt und die überdies den Einflüſſen der Sonne,

des Staubes und Regens am meiſten ausgeſetzt iſt, etwas gröber wird. Doch es genügt ſchon, wenn die Eigenſchaften, mit welchen ein Wollhaar am Hautende ausgeſtattet iſt, von denen am entgegengeſetzten Ende oder in der Mitte oder an irgendeiner anderen Stelle nicht zu bedeutend abweichen.

Die Länge der Tuchwolle.

Es eignen ſich alſo zur Tuchfabrikation Wollen, deren Jahreswuchs 60 mm nicht überſteigt. Zu lange Wollen haben als Tuchwollen keinen Zweck; ſie werden vom Fabrikanten erſt durchſchnitten, geben aber dann kein gutes Fabrikat; deshalb werden zu lange Tuchwollen vom Fabrikanten nicht gern geſehen; das Maximum darf 60 mm nicht überſteigen.

Feinheit der Wolle.

Im großen und ganzen dürfte wohl das wirtſchaftlich Richtige ſein, daß diejenigen Landwirte, welche Tuchwollen züchten, eine Wolle produzieren, welche ſich in den Grenzen einer A-Wolle bewegt.

B. Kammwolle.

Während die Krimpkraft für den Streichgarnſpinner von faſt unſchätzbarem Werte iſt, hat ſie für die Kammgarnſpinnerei bei der Herſtellung glatter Zeuge faſt gar keinen Wert. Dieſe werden nicht gewalkt, ſollen alſo in der Wäſche nicht ein⸗ laufen.

Der Kammgarnſpinner wünſcht und muß einen glatten Faden haben; der Züchter von Kammwollſchafen wird daher ſolche Wollen mit möglichſt geringer Krimpkraft zu produ⸗ zieren ſuchen. Jede Merinowolle beſitzt eine gewiſſe Krimp⸗ kraft; um dieſelbe zu entfernen, wird ſie bei der Kammgarn⸗ fabrikation in den Vorarbeiten durch Strecken der Wolle in noch feuchtem und warmem Zuſtande ſoviel wie möglich zu entfernen geſucht. Arbeite alſo der Kammgarnzüchter dem Fabrikanten in die Hand und liefere eine Wolle mit möglichſt geringer Krimpkraft.