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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Was verlangt der Fabrikant von einer Wolle? 205 Schleifen oder Maſchen gebildet, indem man in jedes beim Weben von der Polkette gebildete Fach eine Nadel einſchiebt. Dieſe Schleifen werden nachher an der oberen Biegung aus⸗ geſchnitten und durch Bürſten und Scheren verarbeitet. Zu den ſammetartigen Stoffen gehören: echter Sammet, Mancheſterſammet, ſammetartige Teppiche, Plüſch und Mo⸗ hairplüſch, ſammetartige Tapeten.

V. Gazenartige Stoffe.

Je zwei Nachbarfäden der Kette legen ſich abwechſelnd von links nach rechts übereinander und halten die Schußfäden zwiſchen dieſen Kreuzungen feſt. Es entſtehen Stoffe mit ge⸗ kreuzter Kette, wobei der eine Kettenfaden ſämtliche Schuß⸗ fäden unter ſich, der andere ſämtliche Schußfäden über ſich läßt. Zu den Stoffen gehören die Zylindergaze.

Was verlangt der Fabrikant von einer Wolle?

Die Eigenſchaft, welche ſowohl in der Tuch⸗ als auch in der Kammgarnfabrikation die größte Rolle ſpielt, iſt die Aus⸗ geglichenheit im Vlieſe. Möge doch jeder Landwirt ſich be⸗ mühen, ausgeglichen zu züchten!

Möchte doch jeder Landwirt darauf achten, ob eine Wolle fein iſt oder grob, ausgeglichen muß ſie ſein; je ausgeglichener ſie iſt, deſto höheren Wert hat ſie für die Fabrikation. Andere allgemeine Eigenſchaften ſind noch die Formbarkeit und Widerſtandskraft der Wolle; letztere iſt nicht zu unterſchätzen; denn je höher der Grad von Kraft iſt, um die Wolle zu zer⸗ reißen, deſto größeren Wert hat ſie für den Fabrikanten, und deſto haltbarer wird das daraus gewonnene Fabrikat ſein. Beſonders ſpielt die Widerſtandskraft in der Kammgarnfabri⸗ kation eine Rolle, da dieſelbe bei den letzten Vorarbeiten der Wolle ſehr in Anſpruch genommen wird.