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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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204 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.

Der Grund iſt entweder leinwand⸗ oder gazeartig oder ge⸗* 8 köpert. Man erzeugt Muſter in den Geweben auf folgende

Art: a) durch regelmäßige, auf verſchiedenen Teilen der Fläche

verſchiedene Verſchlingungen der nämlichen Kette und des. nämlichen Eintrags, welche zugleich das Grundgewebe bilden,

z. B. Drell, Damaſt, Weſtenſtoffe, Beinkleiderzeuge, Schals,

Umſchlagetücher; b) durch Einweben beſonderer, nur zum

Muſter gehöriger, vom Grundgewebe unabhängiger Einſchlag⸗ fäden: broſchierte Stoffe, z. B. Kleiderſtoffe, Schals; c) durch regelmäßiges Zuſammenweben zweier aufeinanderliegender meiſt glatter Gewebe, wobei die Art des Zuſammenwebens

das Muſter erzeugt, z. B. Pikee und gewiſſe Teppiche, Möbel⸗

ſtoffe, wollene Tapeten und Gobelins; d) durch Hervorbrin⸗ gung gitterartiger Offnungen mittelſt einer dem Gazeſtuhl ähnlichen Vorrichtung, entweder in Gaze⸗ oder in Leinwand⸗ grund, z. B. gewiſſe Damenkleider, Vorhänge; e) durch An⸗ wendung beſonderer, nur für das Muſter beſtimmter, in das für ſich beſtehende Grundgewebe eingeſchalteter Kettenfaden, z. B. Bänder. IV. Sammetartige Stoffe. Auf einem leinwandartigen Grundgewebe iſt eine haar⸗

artige Decke angebracht, auf der feine, gleichlange Fäden auf⸗ rechtſtehen oder bei größerer Länge nach dem Striche nieder⸗

gelegt werden. Bei dem baumwollenen Sammet(Mancheſter,

Velvet) wird der Flor durch den Eintrag hervorgebracht. Er

verbindet zunächſt die Kettenfäden miteinander zu einem kon⸗ 5

ſiſtenten, nur auf der Rückſeite des Stoffes ſichtbaren Grund⸗

gewebe und läuft auf ſolche Art durch die Kette, daß er zu.

wenigſtens drei Viertel auf der rechten Seite des Stoffes flott liegt und hier lauter parallele Längsſtreifen bildet, welche unten das Grundgewebe, oben die ungebundenen Teile des

Eintrags zur Wand haben. Die flottliegenden Teile des Ein⸗

trags werden nach dem Weben mit einem Meſſer aufge⸗

ſchnitten und ihre Endchen mittelſt einer Maſchine aufge⸗

bürſtet, wodurch das dicht deckende Haar entſteht, welches ſpäter abgeſchoren wird. Der Flor wird bei dem echten Sammet durch eine zweite Kette hervorgebracht, welche auf

dem Webſtuhl oberhalb der Kette des Grundgewebes aufge⸗

ſpannt iſt. Aus der Polkette werden beim Weben kleine

.

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