Appretur der Kammgarnſtoffe.. 201
Haarendchen aus dem Gewebe hervortreten. Obgleich man auch bei den Kammwollzeugen das Scheren verſucht hat, ſo wird dach überall das Sengen angewendet. Dasſelbe geſchieht entweder in der Weiſe, daß glühende Metallſtäbe über das ausgeſpannte Zeug hinweggezogen werden, oder es wird mittelſt einer Gasſengmaſchine ausgeführt. Gleich nach dem Sengen muß das Noppen vorgenommen werden, da ſich aucht hier bei dem Weben fremde Stoffe einmiſchen oder Fäden in unregelmäßige Lage gekommen ſind, welche wieder geordnet werden müſſen.
Nach dem Noppen folgt das Auswaſchen. Das Waſchen geſchieht in den ſogen. Prätmaſchinen. Nach der Wäſche muß natürlich das Zeug getrocknet werden, welches entweder durch Aufhängen oder durch Zentrifugaltrockenmaſchinen geſchieht; nach dieſer Manipulation wird es gefärbt.
Nach der Färbung iſt die nächſterſte Arbeit das Steifen und Kareien.
Bei dem Kareien wird das Gewebe durch verdünntes Leimwaſſer gezogen und dann in naſſem Zuſtande ganz ſtramm auf eine Walze gewickelt. Während des Aufwickelns wird das Gewebe trockener Luft ausgeſetzt oder auch über ein Kohlenfeuer gezogen, das Gewebe wird dadurch feſt und erhält eine gewiſſe Steifheit. Nach dem Kareien wird das Gewebe nochmals geſtreckt, um ſich dann der Manipulation des Ka⸗ landerns zu unterziehen. Die Kalander dienen dazu, die Stücke gleichmäßig auszubreiten. Dieſe Maſchinen werden von übereinanderliegenden Walzen gebildet, von denen die eine hohl, aus Kupfer oder Gußeißen hergeſtellt, durch Dampf geheizt werden kann, während die andere aus Holz oder Papier gefertigt iſt. Die Benutzung von Papierkalandern an Stelle hölzerner verdankt man den Engländern, welche ſich zuerſt papierner Walzen bedienten und dieſelben vor etwa vierzig Jahren einführten. Während das Stück zwiſchen beiden Walzen hindurchgeht, wird es ſtark zuſammengepreßt, ſeine Oberfläche wird dadurch gleichförmig glatt, ſogar glän⸗ zend, wenn die Appretur, mit welcher der Stoff imprägniert, widerſtandsfähig iſt und Subſtanzen enthält, welche imſtande ſind, bei der Reibung eine gewiſſe Politur anzunehmen, wie Wachs, Stearin. Die letzte Appretur iſt das Preſſen, welches in derſelben Weiſe wie bei der Tuchfabrikation vollzogen wird.


