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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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200 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.

zweite Hauptteil des Selfaktors wird gebildet durch den Wagen, welcher auf eiſernen Bahnen läuft, und die Spindeltrommel ſowie die Spindeln nebſt dem Apparate zum Aufwinden des fertigen Garnes auf die Spindeln erhält.

Nachdem nun das Garn auf der Feinſpinnmaſchine fertig⸗ geſtellt iſt, kommt es zur Verſendung in die Weberei; ent⸗ weder wird es als Schuß auf Kötzer gewickelt oder, iſt es als Kette beſtimmt, ſo wird es von den Maſchinenſpulen abge⸗ haſpelt oder geweift. Bekanntlich ſpinnt man das Garn auf Kötzer oder Spulen, das Kettengarn auf lange(15 16 cm), das Schußgarn auf kurze(12 cm) Blechſpulen.

Das nunmehr für die Weberei beſtimmte Garn wird nach der Ablieferung von den Spinnmaſchinen eine Zeitlang der Einwirkung von Waſſerdämpfen ausgeſetzt, damit der Faden recht glatt bleibe. Man benutzt zu dieſen Dämpfen große eiſerne Kaſten, in neueſter Zeit auch größere gemauerte oder aus Beton hergeſtellte Räume. Nach dem Dämpfen läßt man das Garn in feuchtem Raume ſtehen, damit es dann verſendet werden könne. Das Weben der Kammgarnwolle findet in derſelben Weiſe ſtatt wie in der Tuchfabrikation; ich brauche daher nicht mehr auf dasſelbe einzugehen. Zur Herſtellung gewiſſer ſchöner und glatter Stoffe wird das Zettel⸗ oder Ein⸗ ſchußgarn gleich genommen; zu anderen Stoffen wird als Einſchuß Streichgarn verwendet, zu noch anderen Baumwolle oder Seide benutzt.

Appretur der Kammgarnſtoffe.

Die Appretur der Kammgarnſtoffe iſt nicht in dem Maße ausgedehnt wie die der Tuchfabrikation. Wie den Tuchſtoffen die Krimpkraft erhalten werden muß, ſo ſoll den Kammgarn⸗ ſtoffen die Krimpkraft möglichſt entzogen werden. Es iſt Auf⸗ gabe der Kammgarnfabrikation, einen möglichſt glatten Faden und glattes Gewebe herzuſtellen. Von einer Walke iſt nicht die Rede; auch das Rauhen und Scheren entbehren manche Kamm⸗ garnſtoffe; eine Ausnahme bilden nur die ſammetartigen Stoffe.

Bei der Verarbeitung eines auch noch ſo glatten Fadens zu allen nichtſammetartigen Kammwollzeugen iſt es trotz der größten Achtſamkeit nicht zu vermeiden, daß hiex und da kleine