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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Paarung. 43

Wetter hat großen Einfluß; bei trockenem, angenehmem Wetter geht die Begattung viel beſſer vor ſich; auch müſſen die Schafe dabei Bewegung haben.

Ein Bock erreicht ſeine Vollkraft mit 2 ½ Jahren; man läßt aber jetzt allgemein Böcke mit 1 ½¼ bis 1 ¾ Jahren zu, ja in frühreifen engliſchen Zuchten in einem Alter von 9 bis 10 Monaten, aber die Erfahrung hat gelehrt, daß ſich die⸗ ſelben raſch abnutzen; man ſollte deshalb einen Bock nicht früher als nach dem 12. Monat zulaſſen.

Es kommen mitunter Fälle vor, wo junge Böcke, die zum erſten Male für die Zucht verwendet werden, nicht gleich decken wollen und für impotent erklärt und auns Hieſem Grunde dem Verkäufer zurückgegeben werden. Faſt immer liegt aber ein Grund vor; denn impotent kann der Bock nur durch fehlerhafte Zeugungsorgane werden, was aber ſelten vor⸗ kommt. Ein ſolcher Grund kann ſein die Vorführung von un⸗ paſſenden Schafen, die entweder zu hoch oder zu unruhig ſind oder einen zu ſtarken Beſatz von Wolle unter dem Bauch haben, der bei dem Bock durch Abſcheren beſeitigt werden muß; auch kaufe man die Böcke nicht unmittelbar vor der Sprungzeit, ſondern mindeſtens drei Wochen vorher, damit ſich dieſelben an den Stall, Futter und Waſſer gewöhnen.

Den Nachweis einer möglichſt hohen Züchtungskonſtanz kann nur der Stammbaum, das Stammregiſter liefern; an dem vorſtehenden Schema(S. 38) ſehen wir die genaue Bonitur der Mutter ſowie alles, was dazu gehört, um die Nachkommenſchaft auf die Leiſtung zu prüfen; der Raum iſt auf neun Züchtungsjahre eingerichtet; rechnet man, daß ein Schaf in einem Alter von drei Jahren das erſte Lamm be⸗ kommt, ſo kann ich das Schaf neunmal zuteilen, habe die Nachzucht überſichtlich nebeneinander ſtehen. Bei Anfertigung des Regiſters zum Gebrauch ſind auf jeder Seite 27 Zeilen, alſo auf jeder Seite 3 Mütter zu neunmaliger Zuteilung; die geborenen Lämmer erhalten entweder die Nummer der Mutter oder eine laufende Nummer, welche aber dann im Stammregiſter vermerkt werden muß.

Es gibt ja ganz verſchiedene Bonitureinteilungen, auch Werteinſchätzungen nach Graden und Punkten; bekannt iſt der Boniturſchlüſſel von Kunitz, welcher eine größere Verbrei⸗ tung gefunden hat; ich laſſe denſelben folgen.