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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Klaſſifikation der Mutterſchafe. 37

Nach Ausführung der Klaſſifikation werden die Böcke ausgewählt; die Auswahl muß nach dem Typus der Klaſſe erfolgen. Für die Paarung mit den in der erſten Klaſſe be⸗ findlichen Schafen, bei deren Nachzucht eine Verfeinerung der Wolle nicht angeſtrebt wird, muß der dazu beſtimmte Bock etwas ſtärker im Haar ſein; man wählt daher einen Bock, der im Durchmeſſer des Haares etwa um eine halbe bis ganze Feinheitsklaſſe ſtärker iſt, wenn eine Verfeinerung bei der Nachzucht nicht eintreten ſoll. Dagegen iſt bei der zweiten Klaſſe, bei welcher eine Veredelung der Wolle bei der Nach⸗ zucht angeſtrebt wird, der Bock etwas feiner oder mindeſtens von gleicher Feinheit der Wolle zu wählen. Dagegen iſt bei der Wahl des Bockes für die dritte Klaſſe vorzugsweiſe auf Wollreichtum Gewicht zu legen; man bezeichnet dieſe Böcke mit Maſſenböcken; für alle drei Klaſſen muß die Körper⸗ form des Bockes tadellos ſein. Die vierte Klaſſe muß Böcke haben, welche ſowohl in Wolle als auch beſonders im Körper tadellos ſind uſw. Bei Klaſſifikation von engliſchen Fleiſch⸗ tieren macht man gewöhnlich nur drei Klaſſen, und zwar, da hier die Wolle weniger in Betracht kommt, meiſtens nach Typus der betreffenden Richtung und nach dem Exterieur des Körpers; auch die Klaſſifikation der Fleiſchherden iſt von großer Wichtigkeit, da durch eine Einteilung viele Fehler ausgemerzt und die Vorteile raſcher zu Geltung kommen. Man darf nun nicht annehmen, daß nach einer einmaligen Klaſſifikation ſämtliche Nachzucht ſchon normal ſei; dieſelbe wird dem Muttertiere erſt ähnlicher; die Natur macht keine Sprünge; je ruhiger man vorſchreitet, deſto ſchneller gelangt man zum Ziele. Hat eine Herde durch richtig geleitete Gruppenzüchtung einen ſolchen Höhepunkt erreicht, daß eine gewiſſe Vererbungsſicherheit vorhanden iſt, ſo genügt die Klaſſeneinteilung nicht mehr; hier greift die Hochzucht Platz; das Individuum muß ſelbſt beurteilt werden. Zu dieſem Zwecke legt man Bonitierungsregiſter an, welche dem Züchter zu Hilfe kommen. Freilich bin ich der feſten überzeugung, daß alles Schreiben in dieſe Liſten wenig Zweck hat, wenn die Grundlage nicht vorhanden iſt, d. h. das Sehen und die An⸗ ſchauung des lebenden Weſens. Dieſe Verzeichniſſe ſollen die Abſtammung und Vererbung des Individuums kennen lehren. Bei den Boniturtabellen gebraucht man ſtatt der Worte Zeichen