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36 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.
haben erlangt: in England Backwell, in Deutſchland Kunitz, Behmer, Familie Heyne, Buchwald, Thilo und andere. Soll die Klaſſifikation ihren Zweck erreichen, ſo muß der Züchter ein beſtimmtes, aber nicht ein zu hohes Ziel verfolgen. Von den verſchiedenen Klaſſifikationsſyſtemen will ich nur eins hervorheben, welches meiner Meinung nach allen Anforde⸗ rungen entſpricht und jeder Zuchtrichtung ſich leicht anpaßt.
Nimmt man an, daß man eine völlig unausgeglichene, aus
den heterogenſten Tieren zuſammengeſetzte Herde vor ſich hat,
ſo teilt man dieſe in folgende Klaſſen ein:
1. Klaſſe: Ausgeglichenheit und Adel in Wolle bei guter Körperform; mäßig gedrängte Kräuſelung, über⸗ all gut beſetzt, gute Feinheit, normale Statur, ſtraffe Ohren— ſog. Konſtantierungsklaſſe.
2. Klaſſe: Wolle zu dicht, Faltenbildung kommt vor, Fein⸗ heit abfallend, unausgeglichen, der Kürder gerin⸗ ger— ſog. Veredelungsklaſſe.
3. Klaſſe: Wolle und Ausgeglichenheit normal, zu lang im Stapel, Hautdichtigkeit mangelt, Körper groß (hochbeinige Tiere kommen vor)— Verdichtungs⸗ klaſſe.
4. Klaſſe: Ausgeglichenheit und Adel der Wolle nehmen ab,
„ ſchwächliche Körperfigur vorhanden— Korrektions⸗ klaſſe.
5. Klaſſe: Zwirner, allgemeine überbildung, kahler Kopf,
ſpitzer Körper, d. h. Knochenbau zu fein, Vlies un⸗ regelmäßig gebildet, zwirnig, Hautdichtigkeit und Beſatz ſehr mangelhaft.
6. Klaſſe: Unausgeglichenheit in Wolle und Vlies tritt deut⸗ lich hervor; das ganze Tier zeigt ſchwächlichen Körperbau; ſeine Wolle iſt unedel.
Die Klaſſifikation wird am beſten nicht vor dem achten Monate, alſo etwa acht Monate nach der Schur vorgenom⸗ men. Sie kann zuweilen berichtigt werden, beſonders bei Schafen, welche die erſten Lämmer erhalten haben. Ein er⸗ fahrener Züchter freilich nimmt Rückſicht auf die zweite Schur; denn nach dieſer wird die Wolle dichter. Die Klaſſen werden gewöhnlich durch Kerbe bezeichnet; folgende Kerbung, wie Schema auf Seite 35, iſt zu empfehlen.
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