12 Begriff und Weſen des Grund und Bodens.
bedienen. Dies Wort iſt als Gegenſatz von Mollgeſtein allgemein verſtändlich und allgemein richtig, weil auch die groben und feinen Sande trotz ihrer Kleinkörnigkeit wegen ihres rauhen oder ſcharfen Anfühlens im eigentlichen Sinne des Wortes nichts anderes ſind als Durgeſtein. Für Durgeſtein kann man auch ſagen: Durboden, Durbeſtandteile oder Durſubſtanz des Bodens, oder kurzweg Dur. Anſtatt: Der Boden beſteht aus grobem und feinem Material kann es kurz heißen:„Der Boden beſteht aus Dur und Moll.“ Mir ſcheint das nicht bloß kurz, ſondern auch ſprachlich und ſachlich richtig und verſtändlich zu ſein.
Dagegen iſt der Ausdruck Skelett, Bodenſkelett, den einige wollen, nicht bloß überflüſſig, ſondern auch ſachlich unrichtig. Man verdeutſche nur das Wort Skelett in Knochengerüſt, um ſich ſofort zu überzeugen, daß das gröbere Geſtein im Boden durchaus nichts Derartiges bildet. Nicht die Steine tragen oder ſtützen den Boden, ſondern Steine und Erde bilden zuſammen den Boden, und Steine und Erde zuſammen werden getragen und geſtützt von dem Fels; die felſenfeſte Erdrinde iſt die Unterlage oder, beſſer geſagt, das Kugelgewölbe, auf dem der Boden ruht.
Wir ſagen alſo, der Boden beſteht entweder 1. aus Moll⸗ geſtein(z. B. Ton), oder 2. aus Durgeſtein(z. B. Kies), oder 3. aus Moll⸗ und Durgeſtein(z. B. grandiger Lehm).
Das grobe Durgeſtein läßt ſich, wenn wir es mit dem Hammer zerſchlagen, um den friſchen Bruch zu ſehen, mineralogiſch meiſt ohne Schwierigkeit näher beſtimmen als Trümmer, Körner oder Splitter von Quarzfels, Granit, Porphyr, Gneis, Glimmerſchiefer, Grünſtein, Baſalt, Tonſchiefer, Grau⸗ wackenſchiefer, Kalk uſw. Damit gewinnen wir zugleich einen Einblick in die ſtoffliche Zuſammenſetzung der Felstrümmer oder „Steine“ des Bodens, weil die chemiſchen Beſtandteile der ver⸗ breiteten Geſteins⸗ oder Gebirgsarten bekannt ſind. Dasſelbe gilt für die einzelnen Mineralien und Kriſtalle: Quarz, Feldſpat, Glimmer, Augit, Hornblende, Gips, Kalk, Talk uſw., die bei dem Zerfall der Felſen mehr oder weniger unverändert in die Bodenmaſſe gelangen, zuweilen auch durch Kriſtalliſation in der Maſſe des bereits abgelagerten Bodens neu entſtehen, wie z. B. die Gipskriſtalle im Tertiärton. Auch die Kalkknollen(Lößkindel) im ſonſt ſteinfreien Lößboden, und die Knollen oder Bänke von
—ꝑ—
2 SͤSͤͤ
—̃——,—„2 ͤ—


