ntliche wahr⸗ Zuider durch bleibt
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2. Wo finden wir den Boden? 7
es fraglich, ob die Niederlande wirklich ſinken. Die Überflutung des Zuider Sees konnte auch dadurch zuſtande kommen, daß mit dem Steigen von Schweden und Norwegen der Meeresſpiegel ſich hob.— Dagegen iſt die ganze Oſtküſte der Vereinigten Staaten mit ihren untergegangenen Wäldern und trichterförmigen Fluß⸗— mündungen tatſächlich in Senkung begriffen.— Ebenſo ſinkt die Südſpitze Grönlands langſam unter das Meer; über den Pfählen, an denen die eingewanderten Europäer ihre Kähne zu befeſtigen pflegten, und über den Ruinen verlaſſener Gebäude haben ſich die Waſſer bereits geſchloſſen.*)
Im Vergleich zur Größe der Erdkugel ſind alle Hebungen und Senkungen der Oberfläche verſchwindend klein; aber ſchon relativ geringfügige Niveauveränderungen reichen hin, den Boden zu Meeresgrund, den Meeresgrund zu Boden zu machen.
Bei den Binnengewäſſern wiederholen ſich in kleinerem Maß⸗ ſtabe dieſelben Vorgänge, oft unter Mitwirkung des Menſchen. Solange ein Seebecken bis zum Rande mit Waſſer gefüllt iſt, können wir in bezug auf die bedeckte Fläche von Boden nicht reden. Gelingt es aber, den Seeſpiegel zu ſenken, ſo wird oft eine aus⸗ gedehnte Bodenfläche gewonnen. Ein intereſſantes Beiſpiel hierfür finden wir am Lungernſee in der Schweiz, der im Jahre 1835 durch den Stollen am Kaiſerſtuhl, d. h. durch eine unterirdiſche Ableitung des Waſſers nach dem Sarnerſee, um die Hälfte verkleinert wurde. Der trocken gelegte Seegrund iſt zu Boden geworden.
Teile des Seegrundes können ferner dadurch zu Boden werden, daß der Seegrund auf natürlichem oder künſtlichem Wege bis über den Waſſerſpiegel aufgefüllt wird. Ein Beiſpiel hierfür gewähren uns die Quaianlagen am Zürichſee, bei denen der See ſelbſt das Material zur Auffüllung hergeben mußte, indem der kreideweiſe Seeſchlamm durch die Baggermaſchine in Kähne gehoben und aus dieſen über die Spundwand hinweg in das umfangreiche Becken geſchafft wurde, in dem die Auffüllung vor ſich ging.
Endlich können Landſeen teilweiſe oder gänzlich zuwachſen, in⸗ dem ſich der Seegrund durch hineingeführten Flußſchlamm oder durch Torfbildung bis über den Waſſerſpiegel erhöht. Beiſpiele: Zahlreiche Torfmoore in der Schweiz, in Norddeutſchland u. a. a. O.
*) H. Credner, Elemente der Geologie, 1887, S. 174—182.


