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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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1. Was verſteht man unter Boden? 3

auf kleinere Gefäße, dann auf größere Räume bezogen; aber in der Vorſtellung blieb Boden zunächſt immer noch die unten⸗ liegende, von Wänden oder Wandungen eingeſchloſſene, beſtimmt begrenzte Fläche.

Dieſe Vorſtellung läßt ſich auch bei der Benennung gewiſſer Ortlichkeiten nachweiſen, z. B. bei demUrner Boden, der eine 1 ½ Stunden lange und 1 ¼ Stunden breite, auf drei Seiten von Felswänden eingeſchloſſene und nur auf der vierten Seite, gegen Stachelberg hin, geöffnete Tal⸗ und Wieſenfläche darſtellt. Noch bekannter iſt die ebene, gleichfalls von hohen Bergen ein⸗ geſchloſſene Talfläche, zwiſchen dem Thuner und Brienzer See in der Umgebung von Interlaken gelegen und im ſchweizeriſchen Volks⸗ mundBödeli(kleiner Boden) genannt. Die Benennung des Boddens bei der Inſel Rügen und desBodenſees bei Konſtanz gehört ebenfalls hierher; ja, es iſt wahrſcheinlich, daß das Wort Boden zum erſten Male bei dieſem See(vgl. S. 1 Anmerkung) auf eine in der freien Natur liegende, begrenzte Fläche bezogen wurde.

Dieſelbe Vorſtellung wurde dann auch auf die mit Mauern oder Zäunen eingefriedigte, zu Privateigentum gemachte Garten⸗, Acker⸗ und Wieſenfläche, und ſchließlich auf die nicht eingefriedigte, aber durch Grenzſteine, Grenzhaufen und dergl. rechtlich begrenzte Land⸗ und Gutsfläche übertragen. In Übereinſtimmung hier⸗ mit verſtanden die Römer unter fundus nicht den Erdboden, ſondern das Grundſtück, das Landgut, d. h. eine abgemeſſene, begrenzte Fläche Land. Selbſtdes Vaterlandes vielgeliebter Boden iſt ein beſtimmt begrenzter.

Den Boden ohne Grenzen, als Naturprodukt und Naturobjekt zu denken und zu betrachten, gehört einer verhältnismäßig neuen Zeit an. Bevor das Wort Boden in dieſem Sinne gebraucht wurde, behalf man ſich mit den Ausdrücken: Erde, Land, Grund.

Das griechiſche Wort:% und das lateiniſche Wort solum (ebenſo auch das ſlaviſche Wörtchen pod= unten) weiſen uns darauf hin, den Umſtand ſchärfer ins Auge zu faſſen, daß der Boden für uns, d. h. von unſerm Standpunkt betrachtet, das Untere iſt. Das Wort 270or iſt nämlich abzuleiten von mous, xο⁴ιε(lateiniſch pes, pedis), der Fuß, und das Wort solum bedeutet ſowohl die Fußſohle wie den Boden. Hier wird alſo der Boden in Beziehung

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