22 I. Abſchnitt.
Nobbe benutzt für ſeinen bekannten Keimapparat Platten aus poröſem gebrannten Thon, bei denen die Samen in eine in der Mitte befindliche, kreisförmige flache Aushöhlung gelegt werden, während ihnen das Waſſer aus einer um dieſe konzentriſch herumlaufenden, tieferen Rinne zugeführt wird. Das Ganze wird mit einem Deckel zugedeckt.
Der Aubry'ſche Apparat beſteht im weſentlichen aus Glasplatten, die mit Fließpapier belegt, etagenförmig in einen Blechkaſten geſchichtet werden können. Die Samen kommen auf das Fließpapier zu liegen, von welchem Streifen ſeitwärts in Waſſer tauchen, wodurch ſie dauernd feucht erhalten werden.
Der Keimapparat von Harz iſt eine Kombination von poröſen Thonplatten oder Tellern mit Fließpapier oder Lein⸗ wand, welche ſich im Innern der Teller befinden und mit den Samen belegt werden. Die poröſen Thonteller ſelbſt werden zu mehreren in mit Waſſer gefüllte Zinkkäſten geſetzt und mit Glasglocken bedeckt.
Die bis jetzt angeführten Apparate laſſen ſich zur Keim⸗ prüfung von Samen aller Art verwenden. Beſonders für die Keimung von Gerſte eingerichtet iſt der Apparat von Col⸗ dewe und Schönjahn, bei dem eine Platte von glaſiertem Steingut, die hundert runde durchgehende Löcher beſitzt, zur Auf⸗ nahme der Körner beſtimmt iſt. Dieſe Keimplatte wird mit einer 1— 1,5 cm hohen Sandſchicht bedeckt, die gleichmäßig feucht erhalten, den Körnern die nötige Feuchtigkeit zuführt. Das Ganze iſt in ein beſonderes Glasgefäß eingeſchloſſen. Bei der Keimung dringen die Wurzeln durch die Löcher der Platte in den unter derſelben gelaſſenen, z. T. mit Waſſer gefüllten Raum und laſſen ſchon von außen, ohne Offnung des Appa⸗ rates, ein Urteil über die Keimfähigkeit und Energie zu.
Ich begnüge mich damit, an dieſen vier Beiſpielen die all⸗ gemeinen Prinzipien, welche der Konſtruktion von Keimapparaten zu Grunde liegen, auseinandergeſetzt zu haben, und verzichte darauf, die große Anzahl von ſolchen Apparaten, welche für die


