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Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
Entstehung
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Fünfzehntes Kapitet. Druſch und Ertrag. 203

Unbillen des Winters verdünnt ſind ꝛc.; die Adventivhalme füllen die leeren Räume aus und entwickeln ſich infolge dieſer leeren Räume, ohne, wie bei dicker Saat, die Schönheit der Ähre zu beeinträchtigen. 8

3. Die Tiefe der lockeren und düngerreichen Erdſchicht, in welcher ſich die Weizenwurzeln entwickeln können, trägt dazu bei, den Ähren die Körnerzahl zu geben, welche die ſchönen Ernten liefert. Die Varietät prädisponiert die Ähren, viele fruchtbare Ährchen zu bekommen; aber die befruchteten Ovarien der Blüten können ſich nur zu Körnern ausbilden, wenn der Boden der Pflanze die Nährſtoffe geliefert hat, welche dieſelben anfüllen müſſen.

Ferner gehört dazu, daß die meteorologiſchen Verhältniſſe des Jahres den Pflanzen Waſſer genug geliefert haben, um dieſe Nährſtoffe aufzunehmen und Sonnenlicht genug, um der Atmoſphäre den zur Bildung der Stärke des Kornes nötigen Kohlenſtoff zu entnehmen.

Wie ſehr auch eine Weizenvarietät dazu angelegt ſein mag, gute Körnererträge zu liefern, ſie wird nur viele Hektoliter bringen, wenn ſie in einen Boden geſäet wird, welcher fruchtbar genug für ihre Bedürfniſſe iſt, und umgekehrt, wie reich auch ein Boden ſein mag, er wird nur dann ſtarke Weizenernten liefern, wenn man dieſen Reichtum durch Varietäten nutzbar macht, welche fähig ſind, ſchwere Ähren zu tragen ohne zu lagern.