188 Vierzehntes Kapitel. Reife und Ernte.
In Gegenden mit feuchterem Sommer muß man die Mo— yettes anwenden, welche im nordweſtlichen Frankreich allgemein in Gebrauch ſind. Dailly in Trappes bezahlt für das An⸗ fertigen der Moyettes 6 Frk. pro Hektar über den Preis hinaus, welcher für das Mähen des Weizens feſtgeſetzt wurde. Die ge⸗ ſamten Erntearbeiten koſteten ihm pro Hektar:
Von 1853 bis 1862 durchſchnittlich 36 Frk. 60. „ 1863„ 1872 3 40„ 50. 1873„ 1877„ 41„ 60.*)
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Unter ſolchen Umſtänden iſt die Mähemaſchine ein höchſt unzuverläſſiges Inſtrument: bei trockenem ruhigem Erntewetter und wenig Lagerfrucht hat man ſie nicht nötig, weil die Hand⸗ arbeit ſchnell geht; bei feuchtem, ſtürmiſchem Erntewetter und viel Lager iſt mit den Mähemaſchinen nicht viel auszurichten.— In extenſiveren Wirtſchaften dagegen, in denen man mit der Möglichkeit des Lagerns nicht in dem Maße zu rechnen hat, wird man allerdings häufig mit den Mähemaſchinen weſentlich billiger arbeiten können, zumal wenn zur Ernte fremde teure Arbeiter nötig ſind, welche zu anderen Jahreszeiten keine hin⸗ reichende Beſchäftigung finden.
*)(Anm. d. Überſ.) Unter unſeren deutſchen Verhältniſſen wird ein ſofortiges Einfahren des Weizens hinter der Senſe in Scheunen oder Diemen faſt niemals möglich ſein; wo es dennoch vorkommt, kann es nur geſchehen, wenn der Weizen fehlerhafter⸗ weiſe oder infolge ungünſtigen Wetters in todreifem Zuſtande gemäht wurde. Bei zweizeiliger Gerſte dagegen, welche durch Wind nicht ausgeſchlagen wird, und deren Qualität als Brau⸗ gerſte durch völliges Ausreifen auf dem Halme ſtets gewinnt, wird dieſes Verfahren neuerdings bei uns ſtellenweiſe mit gutem Erfolge angewandt.— Den Weizen werden wir daher faſt immer gebunden in Haufen ſtellen und nachtrocknen laſſen müſſen, bevor wir ihn einfahren, können ihn auch nicht, wie der Verf. ſagt, bei drohendem ungünſtigen Wetter ſchleunigſt aufladen, ſondern werden ſtets lieber riskieren, ihn auf dem Felde als in der


