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Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
Entstehung
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182 Vierzehntes Kapitel. Reife und Ernte.

eine vortreffliche Farbe an, indem er in den Garben nachreift. Den zur Saat beſtimmten Weizen ſchneide man nur völlig reif; damit er gut keimfähig wird, muß man ihn vollſtändig reifen laſſen, ohne auf die Verluſte zu achten, welche eintreten können, indem man dieſen Zeitpunkt abwartet. Eine beſtimmte Mond⸗ phaſe oder gewiſſe Tagesſtunden für das Mähen des Weizens zu wählen, wie einige empfohlen haben, iſt unmöglich, obgleich dies wünſchenswert wäre(der abnehmende Mond, ſowie die Morgen⸗- und Abendſtunden wären für dieſe Arbeit jeder anderen Zeit vorzuziehen): denn der Weizen geſtattet uns nicht, abzu⸗ warten oder von einer Stunde zur anderen zu zögern, ſobald er einmal angefangen hat zu reifen; man ſieht wie er durch die Macht der Sonnenglut faſt momentan verſengt. Darum müſſen wir zum Mähen jede Minute des Tages benutzen und durch Fleiß zeigen, wie viel uns das köſtliche Manna wert iſt, welches Gott uns freigiebig als Nahrung geſpendet. Darum wird auch dieſe Jahreszeit gewöhnlich ganz beſonders die Zeit der mühſeligen Arbeit genannt; dies ſoll bedeuten, daß alle anderen Arbeiten der Erde nichts ſind als Vorbereitungen oder Hilfsarbeiten für dieſe.“

Wie alle landwirtſchaftlichen Geräte, ſo haben ſich auch die, welche zum Mähen des Getreides dienen, allmählich in dem Maße vervollkommnet, wie die Arbeiter ſeltener und teurer wurden. Ehemals gebrauchte man allgemein die Sichel, welche die alten Griechen der Ceres, ihrer Erntegöttin, als Attribut gaben, und ſie iſt noch heutigentags in gewiſſen Ländern in Gebrauch. Man muß noch überall zur Sichel die Zuflucht nehmen, wenn der Weizen ſehr ſtark gelagert iſt; aber man kann mit derſelben nicht mehr als 15 bis 20 a pro Tag ſchneiden.

In den Cevennen, in der Baſſe⸗Bretagne, ſowie in einigen Grafſchaften Englands bedient man ſich des Sichets, einer Sichel von größeren Dimenſionen als die gewöhnlichen Sicheln, womit ein guter Arbeiter 30 bis 35 a im Tage ſchaffen kann.

Die flamländiſchen Arbeiter ſchneiden ungefähr ebenſoviel mit ihrer„Sage“.