Der Hafer. 267
Tiefe der Unterbringung: 3 em für gewöhnlich. Bei leichtem, rockenem Boden 6 cm.
Saatzeit: April bis Juni.
Ernte.— Nicht zu ſpät, weil ſonſt viel Ausfall. Bei unſicherem Vetter, im Gebirge, gleich hinter der Senſe aufbinden und in Stiegen dder Puppen mit Schutzhaube, oder auch ungebunden in kleine Kegel öhne Hut aufſtellen. Das längere Liegen auf dem Schwad erleichtert war das Dreſchen, aber es geht dabei viel verloren. Man wird zuch den Hafer möglichſt trocken einfahren, doch ſchadet ihm die Er⸗ värmung in der Scheune nicht ſo leicht, als der Gerſte.
Ertrag.— Im Preußiſchen Staat wird eine Mittelernte m Körnern pro Hektar angenommen:
Im Durchſchnitt zu 1357 kg „ Maximum„ 2600 „ Minimum„ 500„
Wie aus den Verſuchen von Beſeler und Heine zu entnehmen, ann der Ertrag an Körnern bis auf 4200, ja ſogar bis auf 4700 kg teigen.
Der Ertrag an Stroh ſchwankt im allgemeinen zwiſchen 1000 und 4000 kg pro Hektar.— Der höchſte Ertrag, den Beſeler er⸗ ielte, war rund 6900 kg an Stroh und Spreu.
Das Verhältnis von Korn: Stroh ſchwankt nach größeren Durch⸗ chnitten zwiſchen 57: 43 und 16: 84. Das Verhältnis 40: 60 jder 2:3 ſcheint dem Normalen am nächſten zu kommen, wenn man nuf Körner⸗ und Strohertrag ein gleichmäßiges Gewicht legt.
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B. Die Getreidearten des wärmeren Klimas.
Frucht nackt oder beſpelzt, ſtets ohne Längsfurche. Nur ein Würzelchen am Keimling.
Von den Getreidearten, die in dieſe Abteilung gehören, iſt die Mehrzahl aus klimatiſchen Gründen für Deutſchland ohne Wert. So namentlich Reis, Durra, Dochen, Korakan(Daguſcha), Tef. Auch von dem Anbau der Zuckerhirſe, Sorghum saccharatum, zur Hrünfuttergewinnung muß ich entſchieden abraten, denn von zwei Verſuchen, die ich zu verſchiedener Zeit in den 70 er Jahren auf dem Verſuchsfelde bei Zürich einleitete, hatte der eine, kleinere zwar ein günſtiges Reſultat, der andere, größere dagegen ſchlug ſo vollſtändig ehl, daß das Land umgepflügt werden mußte. Die Pflanze paßt richt für unſer Klima.
Es bleiben demnach nur Mais, Hirſe, Fennich und Kanarien⸗ gras übrig. Das Kanariengras, das wahrſcheinlich den meiſten deutſchen Landwirten gänzlich unbekannt ſein wird, können wir kurz


