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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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Die Gerſte. 259

Der Proteingehalt iſt alſo im Vergleich zur Originalſaat bei dem Nachbau geſtiegen, und zwar um ſo mehr, je ſtärker die Düngung mit Chileſalpeter gegeben wurde.

Intereſſant iſt es, das Urteil der Preisrichter mit dem Protein⸗ gehalt der Gerſte zu vergleichen. Es enthielten nämlich:

die Proben I. hochfein... 8,09% Eiweiß im Mittel . II. fein... ,6 6. 2 . III. qt... 8,93 5 . 2 IV. mittel 9,78 3 V. unter mittel 10,24 5 1

Das Urteil der Preisrichter wurde ſomit in ſchlagender Weiſe durch die chemiſche Analyſe beſtätigt. Die Zahlen für den Proteingehalt bilden eine aufſteigende Reihe. Je höher der Proteingehalt, deſto ſchlechter die Qualität der Gerſte. Daß gelegentlich ſchlechte Qualität, mit niedrigem Proteingehalt vereint, vorkommt, kann nicht in Abrede geſtellt werden; dagegen kann man im allgemeinen ſagen, daß hoher Proteingehalt mit guter Qualität unvereinbar iſt.

Die Preisrichter legen auf die mehlige und mürbe Be⸗ ſchaffenheit des Kornes bei der Beurteilung das allergrößte Ge⸗ wicht. Es iſt natürlich, daß die Mehligkeit im allgemeinen abnimmt, wenn der Proteingehalt zunimmt, und da dieſer mit der ſtärkeren Stickſtoffdüngung ſteigt, ſo wird zugleich die Mehligkeit herabgedrückt. Hierfür dienen nachſtehende Zahlen zum Belege.

Prozent mehlige Körner: Saal' däniſche mähriſche ſlowakiſche Gerſte Originalſaatgut......80,0 90,0 90,0 92,0 Nachbau mit 100 kg Chileſalpeter 62,4 70,1 68,7 76,5

200 64,9 65,9 66,8 64,7

Hiernach werden meine Unterſuchungen über die Mehligkeit und Glaſigkeit vom Jahre 1870 ſo vollkommen beſtätigt, wie man es nur wünſchen kann. Das praktiſche Reſultat jener Unterſuchungen, zunächſt bei Weizen gewonnen, aber auch für Gerſte geltend, faßte ich in fol gende Sätze zuſammen:

Iſt es daher dem Landwirt darum zu thun, Körner von mehliger Beſchaffenheit zu produzieren, ſo bleibt ihm, da er die Witterungsverhältniſſe meiſtens gar nicht, die Bodenverhältniſſe oft auch nur in beſchränktem Maße umzugeſtalten imſtande iſt, in der Mehrzahl der Fälle nichts weiter übrig, als

1. eineſtarke, namentlich ſtickſtoffreiche Düngung, die (bei Gegenwart der anorganiſchen Nährſtoffe) unzweifelhaft auf eine reichere Erzeugung der Proteinkörper in der Pflanze hinwirkt, direkt zu Weizen(oder Gerſte) zu vermeiden, und

2. ſolche Varietäten zu wählen, die erfahrungsgemäß mehr zur Bildung mehliger Körner hinneigen.

Wer andererſeits glaſige Körner zu ernten wünſcht, der wird

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