256 Dritter Abſchnitt. Der Anbau des Getreides.
im Gegenteil ſehr wichtig ſind für die Waſſerverdunſtung und Stoffbildung. I. Gemeine Gerſte, Hordeum vulgare. Ähre vierzeilig oder eigentlich unregelmäßig ſechszeilig.
A. Wintergerſten. 1. Gemeine Wintergerſte. Verlangt reichen Boden. Nicht winterfeſt. Nur in den Marſchen mit einiger Sicherheit zu kultivieren, wo die Nähe des Meeres die Strenge des Winters mäßigt. 2. Mammuth⸗Wintergerſte. 7 Stammt aus Kanada. In Bezug auf Boden und Klima wie die vorige zu beurteilen.
B. gommergerſten.
„3. Gemeine vierzeilige Gerſte. Kleine Gerſte. Sandgerſte. Für leichteren Boden geeignet. Kurze Vegetationszeit. Reift ſchon in 90 Tagen. Deshalb in den höchſten Lagen kultivierbar.
4. Kleine Warthebruchgerſte. Paßt ebenfalls für leichteren Boden. Reift in 110 Tagen. 5. Schleſiſche Zeilengerſte. Paßt für beſſeren Gerſtenboden. Reift in 107 Tagen. 6. Vierzeilige Oderbruchgerſte. Verlangt reichen Boden. Reift in 110 Tagen. 7. Viktoriagerſte. Stammt aus Ayrſhire. Reift in 107 Tagen. Widerſtandsfähig gegen ungünſtige Witterung. Paßt für höhere Gebirgslagen. Bemerkung: Die abſonderliche Gabelgerſte, Hordeum trifurcatum (Fig. 78), hat für den Feldbau keinen Wert.
II. Zweizeilige Gerſte, Hordeum distichum. Ähre zweizeilig.
A. Wintergerſten. 8. Beſtehorns zweizeilige Winter⸗Rieſengerſte. Neue Züchtung Beſtehorns. Da ſie durch Kreuzung verſchiedener Arten entſtanden, wird ſie wahrſcheinlich nicht konſtant ſein. Ihre Winter⸗ feſtigkeit iſt jedenfalls auch nicht größer als bei Nr. 1 und 2.
B. Sommergerſten. a) Chevalier⸗Form: Ähre lang, hängend. .) Echte Chevalier⸗Gerſten. Ährchenachſe dick, kurzbehaart. 9. Chevalier⸗Gerſte. Verbeſſerte Form: Hallets Pedigree-Chevalier- Barley. Urſprünglich von dem Engländer Chevalier aus einem Korn gezüchtet. Später von Hallet durch Zuchtwahl verbeſſert. Reift in 112— 121 Tagen. Gedeiht am beſten auf reichem Lehm- und Lehmmergelboden(Gerſten⸗ boden I. Klaſſe), nächſtdem auf reichem Thon⸗ und Thonmergelboden


