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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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Der Roggen. 249

Von den neueſten Züchtungen machen wir beſonders auf folgende

4 Winterroggenſorten aufmerkſam, die ſich nach den Verſuchen von

F. Heine in Hadmersleben wiederholt als die beſten gezeigt und

in dem ungünſtigen Jahre 1889 nachſtehende Erträge geliefert haben: Ertrag pro ha in kg

Korn Stroh Zuſammen

17. Heines verbeſſerter Zeeländer 4880 8813 13 693 7 18. Chreſtenſens Rieſen.... 4857 8970 13 827 19. Rieſen Stauden...... 4680 9354 14 034 20. Koloſſal Hybrid..... 4610 8578 13 188

Wir bemerken hierzu, daß wir den Neuen Hybrid⸗Zeeländer fortgelaſſen haben, weil er bei der erneuten Prüfung in Hadmersleben im Jahre 1890 ſich nur im Strohreichtum hervorgethan, dagegen im Kornertrag nicht einmal mittelmäßige Leiſtungen gezeigt hat. Ferner haben wir hervorzuheben, daß Heines verbeſſerter Zeeländer Nr. 17, im Gegenſatz zu Nr. 11, nach den Verſuchen von Steglich, Dresden, zu den winterfeſten Roggenſorten gehört.

II. Sommerroggen. 21. Sächſiſcher Sommerroggen. Verlangt kräftigen Boden. 22. Gewöhnlicher Sommerroggen. Für leichteren und ſchwereren Boden geeignet.

Über den Anbau nur die folgenden wenigen Bemerkungen.

Klima. Der Roggen paßt für unſer Klima noch beſſer, als der Weizen. Es giebt nur wenige Roggenſorten, die nicht winterfeſt ſind. In der Überſicht der Sorten iſt dies beſonders bemerkt. Die abgehärteten ſind ſo widerſtandsfähig, daß ſie bis hoch hinauf in die Gebirge überall als Winterung angebaut werden können, wo über⸗ haupt Ackerbau noch möglich iſt; nur die Sommergerſte ſteigt noch etwas höher.

Gegen andauernde Näſſe, namentlich gegen ſtagnierendes Waſſer iſt der Roggen empfindlich. Man darf daher die Anlegung der Waſſerfurchen nicht vergeſſen und ziehe lieber eine zu viel, als zu wenig. Bei dem Abgang des Schneewaſſers iſt zuweilen eine be⸗ ſondere Nachhülfe nötig.

Boden. Obwohl der Roggen, wenn man die richtige Sorte auswählt, auf leichten und ſchweren Böden angebaut werden kann, ſo iſt doch der Sand ſeiner Natur angemeſſener, als der Thon. Auf thonigen Böden gedeiht der Roggen nur dann, wenn ihre Geſchloſſen⸗ heit und Zähigkeit durch einen genügenden Gehalt an Humus oder Kalk gemildert iſt. Die höchſten und ſicherſten Erträge liefert er auf kalkhaltigem Lehm, ſandigem Lehm und lehmigem Sand. Kalt⸗ gründiger, naſſer, zum Aufziehen geneigter Boden, mag er ſchwer oder leicht ſein, ſagt dem Roggen nicht zu. Auf Humusböden, die gebrannt oder mit Sand befahren worden, kommt er eher fort, liefert hier aber in der Regel ſchmale Körner. Naſſer, ſchwammiger, nicht