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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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Der Weizen. 239

51,8 hl pro ha 31,41 Differenz: 20,4 hl pro ha.

Berückſichtigen wir das Hektolitergewicht, ſo ſtellt ſich der Ertrag bei Nr. 2 am höchſten, bei Nr. 16 am niedrigſten; die Zahlen ſind: 3729,6 kg pro h 23...

Differenz: 1368,7 kg pro ha.

Bei dieſen beiden Sorten war aber das Hektolitergewicht ſehr niedrig: es betrug bei Nr. 2 nur 72,0 kg, bei Nr. 16 nur 72,2 kg, während es bei anderen Sorten über 77, bei einer Sorte ſogar über 79 kg erreichte. Tragen wir dem Umſtande Rechnung, daß in dem Hektolitergewicht die QCualität des Kornes zum Ausdruck gelangt, ſo werden wir, unter gleichzeitiger Berückſichtigung der Quantität des Ertrages, von den angebauten Sorten Nr. 13 am höchſten und Nr. 16 am niedrigſten taxieren, denn es ſtehen ſich folgende Zahlen gegenüber:

hl pro ha Gewicht pro hl kg pro ha

41,4 77,2 3196,1 32,7 72,2 2360,9 Differenz: 8,7 5,0 835,2

Dieſe Unterſchiede in der Quantität und Qualität des Ertrages ergaben ſich in mehrjährigem Durchſchnitt bei gleichem Boden, gleichem Klima, gleicher Düngung, gleicher Vorfrucht, gleicher Arbeit. Hier⸗ nach wird wohl jeder, der es nicht ſchon war, davon überzeugt ſein, daß der Erfolg des Getreidebaues ganz weſentlich abhängt von der Auswahl der richtigen Sorte.

Wir gehen jetzt über zu einer kurzen Beſprechung der ander⸗ weitigen Anbauverhältniſſe.

Klima. Der Weizen verlangt im Winter und im Sommer mehr Wärme als der Roggen. Doch iſt er in Deutſchland überall als Winterfrucht zu kultivieren, mit Ausnahme der höheren Gebirgs⸗ lagen, wo er nur als Sommergetreide angebaut werden kann.

Die engliſchen Sorten ſind durchweg weniger widerſtandsfähig gegen den Winter, als die nordoſtdeutſchen und ruſſiſchen Sorten. Doch laſſen ſich die engliſchen Sorten dadurch ſicherer erhalten, daß man die Ausſaat früh, etwa 14 Tage vor Michaeli, vornimmt, denn es hat ſich herausgeſtellt, daß die Pflanzen auswintern, die bei Ein⸗ tritt des Froſtes nur Keimwurzeln, während die Pflanzen durch⸗ kommen, die bereits Kronenwurzeln entwickelt haben. Der Teil der Pflanze, der der Zerſtörung durch den Froſt anheimfällt, iſt das rhizomartige Glied zwiſchen dem Samenkorn und dem Beſtockungs⸗ knoten(vergl. Fig. 59 und 68). Auch flache Unterbringung muß gegen das Auswintern ſchützen, weil die Pflanze, ohne das rhizom⸗ artige Glied zu bilden, ſchneller zur Entwicklung von Kronenwurzeln und Stocktrieben gelangt.