2. Die Bewurzelung. 53
einzige(Fig. 31 u. 40), und erſt nachdem ſie eine Länge von mehreren Centimetern erreicht und nach Art der Pfahlwurzeln(Fig. 42) zahl⸗ reiche Nebenwurzeln erzeugt hat, brechen weiter oberhalb, am Fuße des jungen Halmes auch andere Wurzeln hervor.
Die Wurzelhaare, die an den Wurzeln der Getreidearten in ſehr großer Zahl hervorſproſſen, kommen in der Regel ſehr bald nach dem Durchbrechen der Wurzelſcheide, aber immer nur eine kurze Strecke oberhalb der fortwachſenden und mit der Wurzelhaube bedeckten Wurzel⸗ ſpitze zum Vorſchein. Dies wird durch Fig. 43 veranſchaulicht, die das untere Ende einer Weizenwurzel bei 15 facher Vergrößerung dar⸗ ſtellt. Eine kleine Gruppe etwas ſtärker vergrößerter Wurzelhaare gleichfalls von dem Weizen zeigt Fig. 44. Man ſieht, daß jedes Wurzelhaar nichts anderes iſt, als eine lange ſchlauchförmige, vielfach hin und her gekrümmte Ausſtülpung einer Oberhautzelle des Wurzel⸗
Fig. 44. Wurzelſtück mit Wurzelhaaren und Gefäßen a von Triticum vulgare. Stark vergrößert.(Nach Nobbe.)
körpers. Die natürliche Länge der Wurzelhaare im ausgewachſenen Zuſtande beträgt bei unſeren Getreidearten etwa 2 bis 3 mm. Bei dem Hafer ſcheinen ſie etwas länger, bei der Gerſte etwas kürzer zu ſein, als bei Weizen und Roggen.
Über Zweck und Bedeutung der Wurzelhaare hat uns J. Sachs unterrichtet durch zwei einfache mit Abbildungen erläuterte Verſuche,) deren Beſchreibung wir hier folgen laſſen.
Zijg. 45 zeigt eine in humoſem Gartenboden(im Topf) erwachſene Keimpflanze des gemeinen Weizens(s iſt die Samenſchale, b das Blatt). Der Topf war umgeſtürzt und die aus der zerteilten Erde genommene Wurzel ziemlich ſtark geſchüttelt worden, um alle Erde, die nicht von den Wurzelhaaren feſtgehalten war, zu entfernen. Die fünf Wurzeln
¹) J. Sachs, Handbuch der Experimental⸗Phyſiologie der Pflanzen, 1865, S. 184—186. Phyidlog Vilams


