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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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1. Die Getreidearten gehören in die Familie der Gräſer oder Gramineen. 47

Schafſchwingel, Festuca ovina Wieſenſchwingel, Festuca pratensis

Goldhafer, Avena flavescens

Kammgras, Cynosurus cristatus Wieſen⸗ und

Ruchgras, Anthoxanthum odoratum(Weidegräſer. Aufrechte Treſpe, Bromus erectus

Wolliges Honiggras, Holcus lanatus

Raſenſchmiele, Aira caespitosa

Bocksbart, Aira canesceus(Deckgras für Flugſand)

b) Einjährige horſtbildende Gräſer. Sommergetreide. Wintergetreide. Weiche Treſpe, Bromus mollis, Wieſenunkraut. Roggentreſpe, Bromus secalinus Taumellolch, Lolium temulentum Ackerfuchsſchwanz, Alopecurus agrestis Wildhafer, Avena strigosa Flughafer, Avena fatua

Windhalm, Agrostis Spica venti Acker und Taube Treſpe, Bromus sterilis 1 Garten⸗ Mäuſegerſte, Hordeum murinum Unkräuter.

Hühnerhirſe, Panicum Crus galli Bluthirſe, Digitaria sanguinalis Quirlblütiger Fennich, Setaria verticillata Fuchsroter Fennich, Setaria glauca Grüner Fennich, Setaria viridis

Aus dieſer Überſicht ergeben ſich in Bezug auf das Verhältnis

der Getreidearten zu den übrigen Gräſern folgende wichtige Thatſachen.

1. Bei den Getreidegräſern kommen weder unterirdiſche noch oberirdiſche Seitenausläufer vor.

2. Unter den Getreidearten ſind keine ausdauernden Gräſer ver⸗

treten.

3. Vielmehr gehören die Getreidearten zu den horſt⸗

bildenden einjährigen Gräſern.)

Als ſolche ſind ſie am weiteſten getrennt von den Gräſern mit unterirdiſchen Ausläufern; etwas weniger weit, aber immer noch weit ſind ſie geſchieden von den Gräſern mit oberirdiſchen Ausläufern oder mit kriechenden, wurzelnden und aufſteigenden Halmen. Erheblich näher kommt ihnen die Geſamtheit der horſtbildenden Gräſer; unter dieſen ſtehen ihnen die ausdauernden ferner als die einjährigen, mit denen ſie, von dem angedeuteten Geſichtspunkt aus betrachtet, in einen engeren Kreis zuſammengehören.

¹) Auch das Wintergetreide iſt einjährig, denn ſeine Vegetationszeit, von der Ausſaat bis zur Ernte gerechnet, beträgt nur ausnahmsweiſe z- B. beim Johannisroggen über 1 Jahr. Es mag hier erwähnt ſein, daß man die Getreidearten künſtlich, durch ſorgfältige Verhinderung des Schoſſens, mehrere Jahre am Leben erhalten kann. Daß dies aber der Natur des Ge⸗ treides zuwider und ohne praktiſchen Wert iſt, liegt auf der Hand.

Nowacki, Getreidebau. Dritte Auflage. 2